Klickbetrüger missbrauchen derzeit Cookie-Infos um User umzuleiten

Durch veränderte Datenschutz-Gesetze müssen zahlreiche Webseiten ihre Nutzer seit einiger Zeit über den Einsatz von Cookies informieren. Kriminelle machen sich dies nun zunutze, um die seitdem überall aufpoppenden Informations-Boxen für Klickbetrug zu missbrauchen. Im Netz gibt es inzwischen zahlreiche Werbeprogramme, die bei der Schaltung von Anzeigen pro Klick eine kleine Einnahme einbringen. Das bekannteste davon dürfte Google Adsense sein. Die Teilnahme an dem Programm lässt sich relativ leicht buchen und neben Betreibern zahlreicher Webseiten versuchen auch Betrüger mit dem Angebot Einnahmen zu generieren.

Klickbetrug via Cookie-InfoKlickbetrug via Cookie-InfoKlickbetrug via Cookie-Info

Im aktuellen Fall, auf den Sicherheitsforscher von MalwareBytes aufmerksam machen, nutzen die Täter dabei die Tatsache aus, dass viele Nutzer es inzwischen gewohnt sind, beim Besuch von Webseiten erst einmal schnell die Cookie-Information wegzuklicken. Um an den Klick des Nutzers zu gelangen und ihn auf die von ihnen gebuchte Werbung zu lenken, binden sie die Anzeige in ein iFrame ein. Dieses wird schlicht komplett transparent geschaltet, um nicht aufzufallen, und über die Cookie-Information gelegt.

Versucht der Besucher der Seite nun das bekannte Info-Feld wegzubekommen, landet sein Klick in dem darüberliegenden getarnten Layer. Das Werbenetzwerk registriert also einen Zugriff auf die Werbung, obwohl diese vom Nutzer überhaupt nicht wahrgenommen wurde. Der User wird aber von der besuchten Seite weg und zum Anzeigenkunden hingeleitet. Die Sicherheitssysteme der Anzeigennetze springen hierrauf nur schwer an, da sie sich hauptsächlich auf die Bot-Erkennung konzentrieren, es hier aber mit echten Nutzern zu tun haben.

Was für den Anwender nervig, aber im Grunde ungefährlich ist, richtet beim Werbetreibenden direkt einen finanziellen Schaden an. Denn dieser zahlt nun dafür, dass seine Anzeige offenbar ein Angebot in den Blick eines interessierten Users gerückt hat, obwohl dies gar nicht der Fall war. Hinzu kommt, dass so natürlich auch ein Image-Schaden entstehen kann - immerhin mögen es Anwender nicht, ungefragt auf bestimmte Webseiten geleitet zu werden. Sein Unmut dürfte sich so nicht gegen den Betrüger, sondern gegen den Werbetreibenden richten. Die Missbrauchsmethode trifft aktuell nicht nur Google Adsense, sondern auch verschiedene andere Anzeigennetzwerke.
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