Kartellamt untersagt jetzt auch Booking.com Bestpreis-Klauseln

Kartellamt, Hotel, Vergleichsportal, Reiseportal, Booking.com, Bestpreis Bildquelle: Booking.com
Das Bundeskartellamt verbietet dem Portal Booking.com die Anwendung seiner sogenannten Bestpreis-Klauseln. Darin sicherte sich Booking.com die günstigsten Preise und beste Konditionen für Buchungen und Stornierungen. Die Hotels selbst durften dadurch keine Preise anbieten, die unterhalb des Booking-Niveaus lagen.
Das Kartellamt hat damit nun nach einer fast ein Jahr andauernden intensiven Ermittlung das Verfahren gegen Booking abgeschlossen und dem Betreiber die weitere Anwendung der in den AGB geregelten Klauseln verboten. Nachdem das Amt Booking im März abgemahnt hatte, erfolgt nun ein Verbot der so genannten "engen" Bestpreisklauseln. Diese untersagten bislang den Hotels, auf ihren eigenen Webseiten günstigere Angebote zu fahren, als bei Booking. Booking selbst hatte die Klauseln bereits gelockert, zuvor war den Hotels auch per AGB untersagt, in anderen Portalen günstigere Preise anzubieten ("weite" Bestpreisklausel).

Wettbewerbsverzerrung

Mit diesem Unterschied zwischen der engen und weiten Bestpreisklausel hatte Booking versucht, das Verbot durch die Kartellbehörde zu umgehen. Denn gerügt wurde zunächst einmal sehr deutlich, dass die Booking-Klauseln einen Wettbewerb anderer Portale unterbindet. Das jetzt gefällte Urteil hebt auch die Preisbindung auf den Hotel-eigenen Seiten auf.

Der Hotelverband Deutschland (IHA) hatte mit einer entsprechenden Anzeige gegen das Buchungsportal das Verfahren bereits im Herbst 2013 ausgelöst. Auch die zwischenzeitlich von Booking.com geänderten Vereinbarungen mit den Hotelbetreibern sah das Kartellamt als nicht ausreichend.

Dem Buchungsportal drohen bei Zuwiderhandlung Bußgelder in bis zu dreistelliger Millionenhöhe. 2013 hatte es eine ähnliche Entscheidung der Behörde gegen das Buchungsportal HRS gegeben.

Siehe auch: Hotelportal HRS muss Bestpreisklausel abschaffen

Die Änderungen bei Booking.com müssen laut Entschluss des Kartellamts bis Ende Januar 2016 in Kraft treten. Auch bei HRS hatte das Kartellamt eine Übergangsfrist nach der Verkündung des Verbots eingeräumt.

Kunden sollen noch stärker vergleichen

Der Wegfall der Preisklauseln betrifft dabei im Übrigen nur deutsche Hotels. Verbrauchern empfiehlt der Hotelverband zukünftig noch mehr als heute schon, in den Suchergebnislisten der Buchungsportale auch weiter nach unten zu scrollen, um wirklich die besten Angebote zu finden und prinzipiell auch immer direkt auf der Hotelhomepage nachzuschauen. Kartellamt, Hotel, Vergleichsportal, Reiseportal, Booking.com, Bestpreis Kartellamt, Hotel, Vergleichsportal, Reiseportal, Booking.com, Bestpreis Booking.com
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