Kult-Aktivistin und Tetris-Fan:
Sabeen Mahmud wurde erschossen
Die pakistanische Menschenrechts-Aktivistin Sabeen Mahmud machte sich in den letzten Jahren auch international einen Namen mit ihrem Einsatz für die Verbindung der Netzcommunity und der Zivilgesellschaft in ihrem Land. Am Freitag wurde sie von noch unbekannten Tätern erschossen.
Sabeen Mahmud in ihrem T2F-Büro
Mahmud repräsentierte quasi beispielhaft die moderne Seite der pakistanischen Gesellschaft. Sie war eine selbstbewusste Frau, die sich selbst als Tetris-Abhängige und Mac-Enthusiastin beschrieb und vor einigen Jahren begann, auch öffentlich für ihre Vorstellung eines anderen Pakistans aufzutreten. Den Mittelpunkt ihres Engagements stellte der von ihr aufgebaute Community-Space The Second Floor (T2F) in Karachi dar.
T2F beruhte im Grunde auf der alten Kaffeehaus-Kultur der Region. Anders als in den traditionellen Lokalitäten dieser Art sollte es aber ein inklusiver Raum sein, in dem sich alle Menschen willkommen fühlten und in einen offenen Dialog treten können. Hier fand auch der erste Hackathon in Pakistan statt, bei dem IT-Experten zusammen mit gesellschaftlichen Aktivisten an gemeinsamen Projekten arbeiteten - organisiert natürlich von Mahmud.
Aber auch zahlreiche andere Veranstaltungen fanden im T2F statt - über 600 waren es in den letzten sechs Jahren. Obwohl seine Gründerin stets bescheiden darauf hinwies, dass es sich doch nur um einen kleinen Ort der Zusammenkunft handelt, erhielt das Projekt auch international Aufmerksamkeit. In dem noch immer sehr traditionell geprägten Pakistan hat T2F unter der modernen, urbanen Bevölkerung inzwischen einen Kultstatus, wie man ihn sonst eher von populären Musikern kennt.
In einem Porträt wurde Mahmud als Frau beschrieben, die niemals den festgetretenen Wegen folgte. "Sie geht - oder besser gesagt: rennt mit Höchstgeschwindigkeit - in die Richtung, in die sie will. Es ist ihr egal, wenn jeder andere es für richtig hält, einen anderen Weg einzuschlagen. Sie nimmt dies nicht einmal wahr, da sie zu beschäftigt ist, zu laufen."
Dies sorgte dafür, dass sie einen unschätzbaren Beitrag zur Förderung und Verbindung von Kunst, Kultur, Wissenschaft, Technologie und Aktivismus leistete. Dies passte vielen konservativen Kräften in Pakistan überhaupt nicht. Am Freitag Abend wurde sie nach einer Gesprächsrunde über die krisengeschüttelte Provinz Belutschistan von ihrer Mutter aus dem T2F abgeholt. Auf der Straße eröffneten Unbekannte das Feuer auf die beiden Frauen und Mahmud erlag kurze Zeit später im Krankenhaus ihren Verletzungen, berichtete der Nachrichtensender Al Jazeera.
Sabeen Mahmud in ihrem T2F-Büro
Mahmud repräsentierte quasi beispielhaft die moderne Seite der pakistanischen Gesellschaft. Sie war eine selbstbewusste Frau, die sich selbst als Tetris-Abhängige und Mac-Enthusiastin beschrieb und vor einigen Jahren begann, auch öffentlich für ihre Vorstellung eines anderen Pakistans aufzutreten. Den Mittelpunkt ihres Engagements stellte der von ihr aufgebaute Community-Space The Second Floor (T2F) in Karachi dar.
T2F beruhte im Grunde auf der alten Kaffeehaus-Kultur der Region. Anders als in den traditionellen Lokalitäten dieser Art sollte es aber ein inklusiver Raum sein, in dem sich alle Menschen willkommen fühlten und in einen offenen Dialog treten können. Hier fand auch der erste Hackathon in Pakistan statt, bei dem IT-Experten zusammen mit gesellschaftlichen Aktivisten an gemeinsamen Projekten arbeiteten - organisiert natürlich von Mahmud.
Aber auch zahlreiche andere Veranstaltungen fanden im T2F statt - über 600 waren es in den letzten sechs Jahren. Obwohl seine Gründerin stets bescheiden darauf hinwies, dass es sich doch nur um einen kleinen Ort der Zusammenkunft handelt, erhielt das Projekt auch international Aufmerksamkeit. In dem noch immer sehr traditionell geprägten Pakistan hat T2F unter der modernen, urbanen Bevölkerung inzwischen einen Kultstatus, wie man ihn sonst eher von populären Musikern kennt.
In einem Porträt wurde Mahmud als Frau beschrieben, die niemals den festgetretenen Wegen folgte. "Sie geht - oder besser gesagt: rennt mit Höchstgeschwindigkeit - in die Richtung, in die sie will. Es ist ihr egal, wenn jeder andere es für richtig hält, einen anderen Weg einzuschlagen. Sie nimmt dies nicht einmal wahr, da sie zu beschäftigt ist, zu laufen."
Dies sorgte dafür, dass sie einen unschätzbaren Beitrag zur Förderung und Verbindung von Kunst, Kultur, Wissenschaft, Technologie und Aktivismus leistete. Dies passte vielen konservativen Kräften in Pakistan überhaupt nicht. Am Freitag Abend wurde sie nach einer Gesprächsrunde über die krisengeschüttelte Provinz Belutschistan von ihrer Mutter aus dem T2F abgeholt. Auf der Straße eröffneten Unbekannte das Feuer auf die beiden Frauen und Mahmud erlag kurze Zeit später im Krankenhaus ihren Verletzungen, berichtete der Nachrichtensender Al Jazeera.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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