"E-Mail made in Germany" lockt verunsicherte User

E-Mail, mailing, E Mail Bildquelle: ideagirlmedia / Flickr
Zwei der größten deutschen Internet-Dienstleister, die Deutsche Telekom und United Internet wollen die zunehmende Unsicherheit der User nutzen, um einen vermeintlich sicheren neuen E-Mail-Service zu promoten. Man habe eine "Brancheninitiative für sichere E-Mail-Kommunikation in Deutschland gestartet", heißt es in einer Aussendung der beiden Unternehmen. "E-Mail made in Germany" heißt das Programm, mit dem man Nutzern von GMX, T-Online und Web.de eine verschlüsselte E-Mail-Kommunikation verspricht. Außerdem soll sichergestellt werden, dass die Nachrichten, die zwischen Postfächern der drei Dienste ausgetauscht werden, nur innerhalb der deutschen Internet-Infrastruktur laufen und somit komplett dem hiesigen Datenschutzrecht unterliegen.

Die Verschlüsselung erfolge automatisch durch die Provider, so dass technisches Know-how oder Zusatzaufwand seitens der Kunden nicht erforderlich sind, versprechen die Anbieter. Die Speicherung aller Daten erfolge in sicheren Rechenzentren in Deutschland. Zudem werde eine Kennzeichnung für E-Mail-Adressen eingeführt, so dass Nutzer vor dem Mail-Versand erfahren, ob die ausgewählten Empfänger-Adressen den Sicherheitsstandards des Verbundes entsprechen.

Technisch sieht die Sache so aus, dass Nachrichten zwischen dem Rechner des Nutzers und dem Mail-Server über eine SSL-Verbindung übertragen werden. Dies kann bereits heute in den Mail-Clients aktiviert werden, ab dem kommenden Jahr wollen die Unternehmen dann keine unverschlüsselten Verbindungen mehr erlauben. Weiterhin wolle man die E-Mails zwischen den Datenzentren der Beteiligten ebenfalls verschlüsselt verschicken.

"Die jüngsten Berichte über mögliche Zugriffe auf Kommunikationsdaten haben die Deutschen stark verunsichert. Mit unserer Initiative tragen wir diesen Sorgen Rechnung und machen die E-Mail-Kommunikation in Deutschland insgesamt sicherer. Der Schutz der privaten Sphäre ist ein hohes Gut", warb René Obermann, Chef der Deutschen Telekom, für die Initiative. Auf der Projektseite wird dann auch gleich noch für den kostenpflichtigen De-Mail-Dienst geworben, der angeblich noch mehr Sicherheit bieten soll.

Allerdings versprechen die Firmen hier eindeutig zu viel. Grundsätzlich ist es natürlich zu begrüßen, wenn auf mehr Übertragungswegen Verschlüsselungs-Systeme zum Einsatz kommen. Das bietet zumindest einen etwas besseren Schutz davor, beispielsweise von Kriminellen belauscht zu werden.

Gegen die Überwachungsmaßnahmen der Geheimdienste hilft das Angebot allerdings wenig. Denn diese sind in erster Linie ohnehin an den Verbindungsdaten interessiert und eine Anonymisierung der Nachrichtenwege findet hier nicht statt. Und im Zweifelsfall kommen Behörden auch über die vorgeschriebenen Abhörschnittstellen an die gewünschten Daten. Davor schützt im Endeffekt nur eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Computern, auf denen kein Staatstrojaner installiert ist. E-Mail, mailing, E Mail E-Mail, mailing, E Mail ideagirlmedia / Flickr
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