Online-Payment & Crowdfunding bedrohen Banken

Geld, Dollar, Kapital, Geldschein Bildquelle: Stan Dalone / Flickr
Die klassischen Banken sehen sich immer stärker von branchenfremden Wettbewerbern bedroht. Insbesondere die schnell wachsenden alternativen Online-Bezahlsysteme gefährden an verschiedenen Stellen ihr Geschäft. Dieser Ansicht sind 57 Prozent der Manager in deutschen und österreichischen Kreditinstituten. Ein Jahr zuvor sahen dies erst 51 Prozent der Befragten so. Das ergab eine Studie des Beratungshauses Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Neben dem traditionell starken Wettbewerb innerhalb der Bankenbranche sehen sich die Kreditinstitute in Deutschland und Österreich einem zunehmenden Konkurrenzdruck durch branchenfremde Unternehmen ausgesetzt - also durch Firmen, die einen Teil der traditionell von Banken erbrachten Finanzdienstleistungen wie Zahlungsabwicklung und Kreditvergabe anbieten, aber aufgrund ihrer eingeschränkten Tätigkeit keine Banklizenz benötigen.

Neben etablierten Internet-Diensten wie Click&Buy und PayPal werden auch externe mobilfunkbasierte Bezahlsysteme zunehmend als Bedrohung empfunden. 48 Prozent der Befragten sehen durch M-Payment-Anbieter ihr Geschäft bedroht - dieser Wert ist innerhalb eines Jahres um immerhin 13 Prozentpunkte angestiegen.

"In letzter Zeit haben branchenfremde Firmen technologische Innovationen erfolgreich mit kundenfreundlichen Finanzdienstleistungen verbunden", erläuterte André Schmidt, Experte für Bezahlsysteme bei Steria Mummert Consulting. "Beispiele hierfür sind Apps mit integrierter Bezahlfunktion wie myTaxi oder Anbieter wie iZettle, Square oder SumUp, die durch Kombination von Smartphone und Kredit- oder Bankkarten insbesondere kleinen Händlern eine unkomplizierte Kartenakzeptanz ermöglichen."

Ein Weg, im M-Payment-Geschäft generell nicht weiter an Boden zu verlieren, können auch Kooperationen über Branchengrenzen hinweg sein: "Die Kreditinstitute sollten sich beeilen, eigene Partnermodelle für leistungs- und durchsetzungsfähige M-Payment-Systeme aufzustellen - dabei sollte auch eine mögliche Zusammenarbeit mit Telekommunikationsunternehmen nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Wichtig ist dabei aus Bankensicht allerdings, nie die unmittelbare und vertrauensvolle Kundenbeziehung aus der Hand zu geben", so Schmidt weiter.

Die Bedrohung aus dem Netz beschränkt sich allerdings nicht auf Bezahlsysteme. Andere Innovationen werden nach Einschätzung der Befragten zukünftig ebenfalls am Kerngeschäft der Banken nagen, etwa im Bereich der Peer-to-Peer-Systeme. Sie vermitteln über virtuelle Plattformen Finanzgeschäfte zwischen Internetnutzern. Ein Beispiel dafür ist Crowdfunding, bei dem Projekte und Unternehmen durch eine Vielzahl von Nutzern finanziert werden.

Kinofilme wie "Iron Sky " und "Stromberg " haben einen erheblichen Teil ihres Budgets so aufgebracht. Derzeit sind dies noch Nischenangebote, in Zukunft könnten die Banken aber auch hier den Anschluss verlieren. 36 Prozent der befragten Entscheider sehen Social Media und Peer-to-Peer-Plattformen als Wettbewerbsrisiko an. Unter den Sparkassen sind es sogar 51 Prozent. Geld, Dollar, Kapital, Geldschein Geld, Dollar, Kapital, Geldschein Stan Dalone / Flickr
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