Politischer Druck führt zu Preissenkung durch Adobe

Der amerikanische Softwarehersteller Adobe hat die Preise einer Reihe von Produkten auf dem australischen Markt nach unten korrigiert. Damit reagiert das Unternehmen offenbar auf eine Vorladung durch die dortige Regierung, die eine Begründung für die im Vergleich zu den USA deutlich höheren Preise einfordern will.

Wie 'The Australian Financial Review' berichtet, beugt sich Adobe offenbar dem öffentlichen Druck und senkt die Preise für seine Kunden in Australien. Erst gestern wurde Adobe vorgeladen, um vor einem Parlamentsausschuss in Canberra seine Preispolitik zu rechtfertigen.

Die nun angekündigten Preissenkungen werden nun als Erfolg für die Verbraucherschützer und Politiker gesehen, die neben Adobe auch Microsoft und Apple aufgefordert haben, ihre Preisgestaltung zu erklären. Ihnen wird vorgeworfen, die Preise künstlich zu erhöhen, um australische Kunden zu schröpfen.

In einer Stellungnahme, die der Financial Review vorliegt, verspricht Adobe eine Senkung des Preisniveaus bei seiner Creative Cloud Suite auf das gleiche Niveau, das auch für US-Kunden gilt. Wurden bisher 62,99 Australische Dollar pro Monat für die Nutzung der Online-Version von Adobes Creative Suite fällig (die auch Photoshop enthält), so wird der Preis nun auf 49,99 Dollar gesenkt. Einzelne Produkte des Pakets sollen in Australien außerdem künftig für nur noch 19,99 Dollar nutzbar sein.

Noch hat die australische Regierung ihr Ziel aber nicht erreicht, denn Adobe will die normalen Versionen seiner vor allem für professionelle Anwender konzipierten Software-Produkte auch weiterhin zu höheren Preisen als in den USA anbieten. Außerdem bleiben die Preise für die Cloud-Produkte im Fall von Business-Kunden weiter auf dem gleichen, im Vergleich zu den USA deutlich höheren Niveau wie zuvor.

Die australische Regierung hat Adobe, Apple und Microsoft zu einer öffentlichen Anhörung vorgeladen, nachdem die Firmen eine freiwillige Teilnahme abgelehnt hatten. Adobe und Microsoft hatten immerhin zugesagt, sich individuell zur Preispolitik äußern zu wollen, doch dies reicht den australischen Politikern nicht.

Der Parlamentsabgeordnete Ed Husic, der eine der treibenden Kräfte hinter der Untersuchung der Preisgestaltung der IT-Hersteller ist, erklärte in einer Stellungnahme, dass es vor allem darum gehe, die Kosten für kleine und mittelständische Unternehmen zu senken. Er sei gespannt, welche weiteren Pläne Adobe habe, um seine Preise zu reduzieren.


Husic wirft Apple, Adobe und Microsoft vor, ihre Preise künstlich hoch zu halten, obwohl es dafür keine Rechtfertigung gibt. Im Fall von Apple seien die Lieferkosten der ohnehin in China gefertigten Produkte wegen der geringeren Distanz niedriger, so dass Macs und andere Geräte des US-Computerkonzerns eigentlich nicht zu den im Vergleich zu den USA deutlich höheren Preisen angeboten werden dürften, argumentiert er.

Bei den Softwareherstellern seien die Preisunterschiede noch weniger erklärbar, weil die Kunden lediglich für eine Lizenz zur Nutzung zahlen, die Auslieferung aber zunehmend über das Internet erfolgt, so dass kein Geld für Vertrieb und Mitarbeiter vor Ort entstehen. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Kritik an einer angeblich ungerechten Preisgestaltung, die die Hersteller bisher mit Vertriebs- und Lokalisierungskosten erklären.
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Könnte sich da auch mal wer bei Steam darum kümmern? wir in EU1 zahlen oft sehr viel mehr als in USA, England oder Russland. :)
 
@Hausmeister: Wie der Schwarzgeld Schäuble und auch wir wissen ist das die schuld der Steuern.
 
@Hausmeister: Sehr viel ist wohl übertrieben. Dabei muss natürlich auch der Steuersatz berücksichtigt werden, sowie der Wert der Währung, der Kaufkraft der Konsumenten sowie zusätzliche Arbeit wie Übersetzung und Lokalisation. Nebenbei wird bestimmt noch etwas aufgerundet, aber so ist das in der Wirtschaft nunmal. Davon ab gibt es bei Steam doch immer Angebote zum Spottpreis, warum also beschweren?
 
Ich hätte auch gerne, dass die Preise von USD in EUR nicht nominal übernommen werden, sondern entsprechend umgerechnet werden. Der deutsche Markt sollte so groß und attraktiv sind, dass die Lokalisierungskosten verkraftbar sind und sich nicht mit etwa 30% mehr auf den Endpreis niederschlagen müssen.
 
@elbosso: Die Amis geben ihre Preise ohne MwSt. an, darf man nicht ganz vergessen, wenn man vergleicht... :)


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