DDoS-Attacken weiterhin größte Gefahr für Netze

Zahlen, Nummern, Binärcode, Binary Code, Eins, Null Bildquelle: Michael Coghlan / Flickr
DDoS-Angriffe sind weiterhin die Hauptgefahr für Netzwerke. Ihre Zahl hat im Vergleich zum Vorjahr zwar nicht zugenommen, wohl aber ihre Komplexität, teilte das Security-Unternehmen Arbor Networks mit. Der größte gemeldete Angriff erreichte wie im Vorjahr eine Traffic-Last von 60 Gigabit pro Sekunde. Allerdings wurden 60 Prozent mehr Multivektoren-Angriffe auf der Applikationsebene verzeichnet, hieß es. Multivektoren-Angriffe kombinieren verschiedene Angriffsvektoren und erfordern mehrstufige Abwehrmechanismen.

Die von Angriffen am häufigsten betroffenen Protokolle sind mit 86 Prozent die mehrheitlich von Webdiensten genutzten http- und DNS- Protokolle. Während DNS mit über 80 Prozent die meistverwendete Infrastruktur ist, werden lediglich nur 19 Prozent dieser Infrastrukturen durch ein Sicherheitsteam geschützt. 27 Prozent der DNS-Angriffe hatten negative Auswirkungen auf die Kunden - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Besonders gefährdet ist die wenig transparente Anwenderebene (Layer 7). Der Arbor-Bericht dokumentiert auch erste DDoS-Angriffe auf das neue Internet Protokoll Version 6 (IPv6). Etwa 80 Prozent aller Befragten werden das neue Protokoll bis Ende 2013 implementiert haben. Diesen Trend sehen die Spezialisten als Ursache für den Anstieg von DDoS-Angriffen auf IPv6. Vor allem die Umstellung von IPv4- auf IPv6 Netzwerke bietet Angriffsmöglichkeiten.

In rund 90 Prozent der Fälle hatten die DDoS-Angriffe wirtschaftliche Folgen für die betroffenen Unternehmen, zu denen vor allem Betreiber von E-Commerce und Online-Spielen gehören. Als größte Motivation für DDoS-Angriffe identifiziert die Studie in diesem Jahr mit 33 Prozent den politisch-ideologischen Hacktivismus, also eine gezielte Schädigung von bestimmten Unternehmen.

Besondere Probleme sehen die Experten weiterhin bei den Mobilfunkbetreibern. Diese reagieren mehrheitlich nur auf Angriffe statt Ihnen vorzubeugen. Etwa zwei Drittel (60 Prozent) verfügen über keine Transparenz des Datenverkehrs in ihren eigenen Funknetzen. Angriffe können weder verfolgt noch verhindert werden, Sicherheitslösungen werden aus wirtschaftlichen Gründen bislang erst in Folge größerer Schäden in Betracht gezogen.

Die befragten Unternehmen befürchten durch die zunehmende Anzahl und Leistungsfähigkeit von Mobilgeräten zukünftig vermehrt Botnet- und DDoS-Attacken. Aber auch der Trend der beruflichen Nutzung privater Geräte schafft neue Probleme. Im Untersuchungszeitraum genehmigten 63 Prozent der Unternehmen die Nutzung privater Geräte im Firmennetzwerk, während nur etwa 40 Prozent über eine Möglichkeit zur Kontrolle dieser firmenfremden Geräte verfügten. Nur 13 Prozent verhinderten aktiv den Zugriff auf soziale Netzwerke, die zusätzliche Angriffspunkte für Firmennetzwerke bieten. Zahlen, Nummern, Binärcode, Binary Code, Eins, Null Zahlen, Nummern, Binärcode, Binary Code, Eins, Null Michael Coghlan / Flickr
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