Das Tor-Netzwerk soll deutlich schneller werden

Netzwerk, Tor, Anonymität Bildquelle: Wiki Commons
Das Tor Project, von dem das Anonymisierungs-Netzwerk Tor betrieben wird, denkt darüber nach, zukünftig Geld in die Hand zu nehmen, um schnellere Exit-Relays bereitstellen zu können. Die Performance des Dienstes könnte dadurch deutlich steigen.
Die benötigten Beträge sind nicht einmal besonders hoch. Laut einem Vorschlag des Tor-Gründers Rodger Dingledine könnte ein Server in einem Datenzentrum, der als schneller Exit-Knoten genutzt wird, für lediglich 100 Dollar im Monat angemietet werden. Einige solcher Rechner bei verschiedenen Hostern würden das Anonymisierungsnetz deutlich entlasten.

Bei Tor wird die Kommunikation eines Nutzers über die Rechner mehrerer anderer Anwender geroutet und erst nach mehreren Zwischenstationen über einen Exit-Knoten ins offene Internet weitergeleitet. Vom letzten Punkt aus kommt dabei auch die Kommunikation verschiedener anderer User ins Netz. So soll verschleiert werden, von wem die fraglichen Datenpakete ursprünglich kamen.

Während der Traffic innerhalb des Tor-Netzes relativ gut unter den Teilnehmern aufgeteilt werden kann, bilden die Exit-Knoten einen Flaschenhals. Denn oft handelt es sich hier um die Online-Anbindungen normaler Anwender, die bereit sind, als Endknoten zu agieren. Läuft hier die Kommunikation vieler User zusammen, fällt die Performance entsprechend stark ab.

Exit-Knoten in Datenzentren würden hier eine deutlich stärkere Leistung bieten können. Allerdings hatte sich Dingledine über Jahre hinweg selbst dagegen ausgesprochen, entsprechende Rechner zu bezahlen. Er befürchtete, dass dies dazu führen würde, das weniger normale Anwender bereit sind, einen Exit-Knoten zu betreiben. Immerhin besteht hier die zwar geringe, aber eben doch vorhandene Gefahr, dass man ins Visier der Strafverfolgungsbehörden kommt, wenn andere Nutzer das Anonymisierungs-Netz für illegale Machenschaften missbrauchen.

Allerdings sind Exit-Knoten ohnehin recht selten. Der Leidensdruck wegen der schlechten Tor-Performance wurde so wohl inzwischen auch bei Dingledine groß genug, um ein Umdenken anzustoßen. Mit einer Spende des Broadcasting Board of Governors (BBG) sollen versuchsweise 125 Exit-Knoten für ein Jahr zum Netzwerk hinzugeschaltet werden. Dafür sucht man nun nach Partnern bei Telekommunikationsunternehmen und Providern.

Dingledine will allerdings sicherstellen, dass die Unabhängigkeit des Tor-Netzes gewahrt bleibt. So ist man nur bereit so viel zu zahlen, dass die Bandbreiten-Kosten gedeckt sind. "Solange alle die Exit-Relays betreiben, weil sie die Welt retten wollen, ist alles in Ordnung", erklärte der Tor-Gründer. So will man sicherstellen, dass die Nutzbarkeit des Netzes zukünftig nicht vom Wohlwollen Dritter abhängig gemacht wird. Netzwerk, Tor, Anonymität Netzwerk, Tor, Anonymität Wiki Commons
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