EU stellt Web-Blockade des TOR-Netzwerks ein

Netzwerk, Tor, Anonymität Bildquelle: Wiki Commons
Die EU-Kommission hat auf Beschwerden von Internet-Aktivisten und Nutzern reagiert und sperrt Besucher, die über Anonymisierungs-Dienste auf ihre Webseiten kommen, nicht mehr aus. Das berichtet Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat).
In der letzten Zeit erhielten Anwender, die beispielsweise das TOR-Netzwerk zur Verschleierung ihrer Herkunft nutzen, von den Webservern der EU-Kommission und anderer europäischer Institutionen lediglich die Meldung "Server overloaded" zurückgeliefert. Dabei handelte es sich um eine fingierte Fehlermeldung, die normale Besucher nicht zu Gesicht bekamen.

Auf Nachfrage räumten dies die zuständigen Stellen dies auch ein. Sie begründeten die Sperrung damit, dass Kriminelle für Angriffe typischerweise das TOR-Netzwerk nutzen, um ihre Identität zu verschleiern. Man nahm also in Kauf, zum vagen Schutz vor möglichen Attacken, die nicht zurückverfolgt werden können, viele Anwender auszusperren, die beispielsweise wegen der Menschenrechtslage in ihrem Land darauf angewiesen sind, sich unter Verwendung von Anonymsierungsdiensten im Netz zu bewegen.

Dem Argument der Abwehr von Kriminellen steht allerdings eine Stellungnahme des Bundeskriminalamtes (BKA) entgegen, die das Ergebnis einer ähnlichen Situation zwischen der Behörde und Netzaktivisten ist. Das BKA hatte die Sperrung nach einem Zeitraum von zwei Wochen wieder aufgehoben. Die Blockade war damals nicht gezielt eingerichtet worden, sondern gehörte zu den Standard-Einstellungen des eingesetzten Proxy-Servers. Hintergrund war die Tatsache, dass vor einiger Zeit tatsächlich DoS-Angriffe über das TOR-Netzwerk verübt wurden.

"Heutzutage spielen Anonymisierungsdienste für die Ausführung von DoS- bzw. DDoS-Angriffen keine Rolle mehr", so allerdings die Analyse des BKA vom vergangenen Jahr. Das Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik (ZIVIT) der Bundesfinanzverwaltung, bei dem die Webseite der Behörde gehostet wird, reaktivierte daraufhin die Blacklist.

Jetzt zog auch die EU-Kommission nach. Nachdem sich die Verantwortlichen vor wenigen Wochen noch für die Sperrung rechtfertigten, blieben sie nun aber einer korrigierenden Stellungnahme schuldig. Netzwerk, Tor, Anonymität Netzwerk, Tor, Anonymität Wiki Commons
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