Entwickler des Bredolab-Botnetzes wurde verurteilt

Der Entwickler des Bredolab-Trojaners, der ein Botnetz als Infrastruktur zur Durchführung von DDoS-Angriffen aufspannte, ist zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft seines Heimatlandes Armenien mit. Der 27-jährige Malware-Autor verfügt inzwischen über die russische Staatsbürgerschaft, ist aber in Armenien aufgewachsen. Bei einem Besuch im Oktober 2010 wurde er auf dem Flughafen der Hauptstadt Jerewan festgenommen und später auf Grundlage des nationalen Strafrechts angeklagt.

Nur einen Tag vor seiner Verhaftung hatte die Sonderabteilung für Computerkriminalität der niederländischen Polizei das Bredolab-Botnetz unter ihre Kontrolle gebracht und abgeschaltet. Insgesamt war es dazu notwendig, 143 Command-and-Controll-Server zu beschlagnahmen.

Die Hauptaufgabe des Botnetzes lag neben der Durchführung von DDoS-Attacken in dem Versand von Spam. Nach Schätzungen der Behörden waren in Spitzenzeiten über 30 Millionen infizierte Rechner in das Netzwerk eingebunden. Allerdings ist unklar, wer die Infrastruktur letztlich wirklich betrieben hat.

Der Verurteilte gab während des Verfahrens zu Protokoll, dass er nur die Malware entwickelte. Diese will er anschließend an eine dritte Person weiterverkauft haben, die er allerdings nicht identifizieren konnte und über deren Absichten er auch nicht informiert gewesen sei.

Mit der Verurteilung kam der Malware-Autor noch relativ glimpflich davon. Das Gericht sprach ihn nur wegen seiner Beteiligung an Angriffen auf das russische Telekommunikationsunternehmen Macomnet schuldig, die mit dem Botnetz ausgeführt wurden. Alle anderen Klagepunkte wurden im Rahmen einer Generalamnestie anlässlich des 20. Jahrestages der Unabhängigkeit Armeniens fallengelassen. Es handelte sich um die erste Verurteilung wegen Computerkriminalität in dem kaukasischen Staat.
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