CDU-Mann verteidigt Preisvergabe an "Crysis 2"

Videospiel, Crytek, Crysis 3 Bildquelle: Crytek
Der Bundestagsabgeordnete Peter Tauber (CDU), seines Zeichens Vorstand des unionsnahen netzpolitischen Vereins C-Netz und Mitglied der Jury des Deutschen Computerspielpreises, hat die Auszeichnung des Ego-Shooters "Crysis 2" gegenüber den Angriffen von Parteikollegen verteidigt.
Der medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, hatte sich darüber beklagt, dass ein so genanntes Killerspiel überhaupt für den Preis nominiert wurde. Wie Tauber im Interview mit dem Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' (heutige Ausgabe) ausführte, gehe es bei Crysis 2 aber überhaupt nicht um das planlose Töten von Menschen. "Wer nur 'rumballern' will, der hat an 'Crysis 2' keinen Spaß", so Tauber.

Eine Kausalität zwischen solchen Spielen und dem Amoklauf von Erfurt, der sich am Tag der Preisverleihung zum zehnten Mal jährte, zu ziehen, bezeichnete Tauber als "pietätlos, fast zynisch". "Ich habe großes Mitgefühl mit den Opfern von Erfurt. Aber zu sagen, dass dieses schlimme Ereignis nicht passiert wäre, wenn es gewisse Computerspiele nicht gegeben hätte, ist mir zu monokausal. Es nervt mich, dass die Politik reflexartig Gewalttaten von Jugendlichen mit dem Spielen von Ego-Shootern erklärt", so Tauber.

Seiner Ansicht nach ist es auch nicht verwerflich, ein Spiel wie Crysis 2 mit durch die staatlich organisierte Preisverleihung ins Rampenlicht zu stellen. "Man muss Computerspiele mit demselben Maßstab wie Spielfilme messen. Der Tarantino-Film 'Inglourious Basterds' wurde mit mehreren Millionen Euro gefördert. Dabei übersteigen die darin enthaltenen Gewaltdarstellungen die Brutalität von 'Crysis 2' um ein Vielfaches", erklärte der Politiker.

Es in Beziehung zu dem in der vergangenen Woche vom Bundestag beschlossenen deutschlandweiten Waffenregister zu setzen, sei hingegen "schräg". Beides hätte nichts miteinander zu tun. Auch der vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann angestrengte Versuch, solche Spiele in eine Ecke mit Kinderpornografie zu stellen, ist laut Tauber völlig abwegig.

"Computerspiele sind längst Teil unserer Kultur, teilweise sind sie sogar Kunst", führte Tauber aus. "Wir leben in einem freien Land, in dem viele Menschen gern Ego-Shooter spielen. Darunter sind nicht nur Bekloppte, sondern Rettungssanitäter genauso wie Richter, Architekten oder Bundestagsabgeordnete wie ich." Videospiel, Crytek, Crysis 3 Videospiel, Crytek, Crysis 3 Crytek
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