Facebook: Marihuana und Gewalt sind ok, Sex nicht

Das US-Magazin 'Gawker' hat einen Leitfaden veröffentlicht, nach dem Inhalte im Social Network Facebook von Prüfern zugelassen oder gelöscht werden. Das Dokument gibt einen recht interessanten Einblick in die Moralvorstellungen, die das Netzwerk sich selbst verpasst hat.

Im Wesentlichen orientieren sich die Richtlinien am Wertekanon der USA. So sind bildliche Darstellungen, die auch nur im Ansatz mit sexuellen Handlungen in Verbindung gebracht werden, nicht zulässig. Gleiches gilt für Abbildungen "privater Körperteile" wie sichtbare weibliche Brustwarzen. Schriftlich darf durchaus über Sex gesprochen werden, solange es nicht zu weit in die Details geht oder man aber direkt und offen andere User zum Stelldichein einlädt.

Geht es um Gewaltdarstellungen liegt die Akzeptanzschwelle deutlich niedriger. Fleischwunden oder andere Verletzungen sind solange zulässig, solange etwa nicht das Körperinnere direkt zum Vorschein kommt. Strikt verboten sind Inhalte, die Selbstverletzungen zeigen. Dies schließt auch die positive Darstellung von Essstörungen mit ein.


Gelöscht werden auch alle Abbildungen, die mit illegalen Drogen zu tun haben - solange sie nicht in einem medizinischen, aufklärerischen oder wissenschaftlichen Kontext einzuordnen sind. Eine klare Ausnahme gilt hier allerdings für Marihuana. Dieses darf in all seinen Formen, beim Konsum und in beliebigen Mengen auf Facebook gestellt werden, solange klar ist, dass der Nutzer es nicht verkaufen, kaufen oder anbauen will.

Inhaltlich enthalten die Richtlinien für den englischsprachigen Raum in zwei Punkten Zugeständnisse an Gepflogenheiten in anderen Ländern. Aus Deutschland übernahm man das Verbot der Holocaustleugnung. Ebenfalls sind wie in der Türkei Angriffe auf den Landesgründer Ataturk untersagt. Auch Karten Kurdistans werden von Facebook gelöscht, nicht aber beispielsweise kurdische Flaggen oder positive Darstellungen des PKK-Führers Abdullalh Öcalan.

Das Dokument stammt von einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma oDesk, die für Facebook die von anderen Nutzern gemeldeten Inhalte überprüft. Solche Dienstleister sind für die meisten Prüfvorgänge verantwortlich. Lediglich Content, der klar gegen Gesetze verstößt oder wenn Unklarheiten herrschen, wird der jeweilige Fall an Facebook weitergegeben.
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Verklemmte Heuchelnde Deppen.
 
[re:1] rsr666 am 22.02.12 17:19 Uhr
(+39
@BadMax: Ich finde die Moralvorstellungen der Amis auch absolut lächerlich. Wenn einem der Kopf weggeballert wird ist das überhaupt kein Problem, aber eine nackte Frauenbrust - ne so etwas geht ja gar nicht...
 
@BadMax: Ganz so einfach ist es nicht. Man vergisst gerne, dass die USA ein Einwandungsland sind. Heisst die vielfalt an Kulturen und Religionen ist nocheinmal deutlich größer als in Deutschland. Deshalb gibt es einfach gewisse Dinge die grundsätzlich erstmal Tabu sind. Dahe rkomtm vermutlich auch der Vorwurf der Oberflächlichkeit gegenüber den Amerikanern. Das ist (oft jedenfalls) alledings absicht, da man so vermeidet, jemanden versehentlich vor den Kopf zu stoßen. Es gibt durchaus tiefsinnige.. gespräche... aber erst, wenn man wirklich weiß, mit wem man es zu tun hat.
 
[re:3] wuddih am 22.02.12 17:45 Uhr
(+19
@rsr666: Die ziehen ja auch in den Krieg, um die Bevölkerung anderer Länder von Tyrannen und Unruhen zu befreien. Ist nur purer Zufall, dass da überall Kupferminen, Ölquellen und Opiumfelder in der Nähe sind.
 
@Achereto62: Also bei deren Rechtssystem ist es auch nicht verwunderlich, daß da alle so zimperlich sind. Schließlich kann man als "Geschädigter" dort ja schnell zum Millionär werden.


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