Patenttrolle verursachen Milliarden-Schäden

Troll, grün, Oger Bildquelle: Andrea Lanzoni
So genannte Patenttrolle, also Unternehmen, die kein eigenes Geschäft aufziehen, sondern nur Patente verwalten und über Lizenzgebühren und Klagen Gelder eintreiben, haben gegenüber US-Firmen in den letzten 20 Jahren einen Schaden von 500 Milliarden Dollar verursacht.
Das ist das Ergebnis einer Studie, die an der Boston University durchgeführt wurde. Die Summe umfasst dabei ausschließlich den Verlust an Börsenwert bei den betroffenen Unternehmen, nachdem diese wegen Patentverletzungen verklagt wurden. Die angefallenen Anwaltskosten und der Arbeitsaufwand in Rechtsabteilungen und in den Management-Ebenen sind hier noch nicht mit einbezogen.

Bei der Analyse der Entwicklung der Aktienkurse versuchten die Wissenschaftler generelle Trends an den Märkten und zufällige Schwankungen herauszurechnen. Im Durchschnitt reduzierte sich der Wert eines Unternehmens infolge des Rechtsstreits um 20,4 Millionen Dollar. Der Verlust inklusive der zu zahlenden Schadensersatzsummen beläuft sich im Mittel auf 122 Millionen Dollar.

Die Patenttrolle begründen ihre Tätigkeit häufig damit, dass sie für kleine Erfinder oft die einzige Chance sind, ihre Entwicklungen vor den großen Unternehmen zu schützen. Allein können diese sich immerhin nicht mit einem Konzern anlegen. Also sollen sie die Rechte an einen Patentverwalter überschreiben, der dann vor Gericht geht und letztlich auch für den Erfinder Geld eintreibt.

In der Praxis, so die Studie, sieht die Welt aber anders aus. Lediglich 2 Prozent der eingeklagten Gelder landen wirklich bei den ursprünglichen Patentanmeldern. Manche Patenttrolle verfügen auch über eigene Entwicklungsabteilungen, doch auch die Investitionen in diese sind vergleichsweise gering.

In den letzten Jahren spitzte sich die Lage zunehmend zu. Der Großteil der Schäden richteten die Patenttrolle in den vergangenen vier Jahren an: Seit 2006 lag der Durchschnitt bei immerhin 83 Milliarden Dollar per anno. Die juristischen Aktivitäten der fraglichen Firmen machen zwar nur 17 Prozent aller Prozesse aus, die um Patente geführt werden, sie sind aber an 41 Prozent aller Verfahren beteiligt, in denen es ausschließlich um Trivial- und Software-Patente geht. Troll, grün, Oger Troll, grün, Oger Andrea Lanzoni
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren32
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles

Tipp einsenden