Online-Kriminalität: Großer Teil der Nutzer betroffen

Polizei, Kriminalität, Absperrung Bildquelle: Alan Cleaver / Flickr
Die Zahl der von Online-Kriminalität betroffenen Nutzer ist deutlich gestiegen, ebenso die Schadenshöhe. Das geht aus dem aktuellen Lagebild des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor, das heute in Berlin vorgestellt wurde. "Insbesondere das Ausspähen von Online-Zugangsdaten, etwa für Plattformen oder Internet-Shops, ist im Vergleich zu 2010 stark angestiegen", sagte Dieter Kempf, Präsident des IT-Branchenverbandes BITKOM und Vorstandsvorsitzender des Vereins "Deutschland sicher im Netz" (DsiN).
Laut einer aktuellen BITKOM-Untersuchung, deren Ergebnisse ebenfalls heute veröffentlicht wurden, haben 70 Prozent aller deutschen Internet-Nutzer ab 14 Jahren schon einmal negative Erfahrungen im Web gemacht. Viren und andere Schadprogramme stehen dabei für 47 Prozent der User, also gut 25 Millionen Personen, an erster Stelle. Im Vorjahr waren es noch 43 Prozent.

Jeder Siebte fühlte sich von einem Geschäftspartner betrogen, beispielsweise bei Online-Auktionen. Fast verdoppelt hat sich die Zahl der User, deren Zugangsdaten zu Plattformen, Email-Diensten, Auktionshäusern oder Online-Banking ausspioniert wurden. Vor einem Jahr waren es noch rund 3,7 Millionen, nun sind es knapp 7 Millionen.

Laut Umfrage hat im Zuge dessen auch die Angst vor Internet-Kriminalität stark zugenommen. Fühlten sich 2010 noch 75 Prozent aller User bedroht, sind es inzwischen 85 Prozent. Einen Betrug beim Online-Banking fürchteten im vergangenen Jahr 28 Prozent, nun sind es 37 Prozent. Noch stärker stieg die gefühlte Bedrohung durch das Ausspähen und den Missbrauch persönlicher Daten: 2010 hatten 46 Prozent davor Angst, jetzt 59 Prozent.

Trotz der gestiegenen Angst vernachlässigen aber noch immer viele Internet-Nutzer ihre Sicherheit. So nutzen erst drei Viertel aller Internet-Nutzer ein Virenschutzprogramm und 70 Prozent eine Firewall. Jeder Fünfte ist völlig ohne Virenschutz oder Firewall online.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) bestätigt die zunehmende Angst der Nutzer. Die Zahl der dort erfassten Cybercrime-Fälle ist im vergangenen Jahr um 19 Prozent auf fast 60.000 gestiegen. Bei fast der Hälfte (rund 27.000) dieser Fälle handelte es sich um Computerbetrügereien, wie beispielsweise das Phishing von Onlinebanking-Daten oder den missbräuchlichen Einsatz von Kreditkartendaten. Insgesamt stieg die Zahl der Computerbetrügereien um fast 20 Prozent.

Der registrierte Schaden aller Cybercrime-Delikte ist um zwei Drittel auf insgesamt rund 61,5 Millionen Euro (2009: fast 37 Millionen Euro) gestiegen. Besonders stark zugenommen hat das so genannte Phishing im Zusammenhang mit Online-Banking. Für 2010 wurden dem BKA rund 5.300 Fälle gemeldet, 82 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Schadenssumme betrug rund 4.000 Euro pro Fall. "Verschiedene Trojaner sind speziell auf den deutschen Bankenmarkt ausgerichtet und verfügen über das technische Potenzial, das iTAN-Verfahren erfolgreich anzugreifen", warnte BKA-Präsident Ziercke.

Zur Durchführung ihrer kriminellen Aktivitäten bedienen sich die Täter aber auch zunehmend der Botnetze. Zugenommen haben laut dem Lagebericht aber auch verschiedene Ausprägungen der Erpressung von Nutzern. Hier fordern Täter eine Art Lösegeld, beispielsweise für das Nicht-Weitergeben gestohlener Daten oder das Unterlassen digitaler Angriffe auf die Unternehmens-Homepage. Polizei, Kriminalität, Absperrung Polizei, Kriminalität, Absperrung Alan Cleaver / Flickr
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