Firefox: Mozilla gibt Firmen auf, Chance für den IE?

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Mozilla sorgt mit seiner Entscheidung, die Entwicklung von Firefox durch die Veröffentlichung neuer Versionen in einem Abstand von nur sechs Wochen zu beschleunigen, für massive Verstimmung bei großen Unternehmen, die den Open-Source-Browser einsetzen. Im Blog des IT-Beraters Mike Kaply, dessen Unternehmen sich auf die Anpassung von Firefox für die Bedürfnisse von Firmenkunden spezialisiert hat, findet derzeit eine Diskussion zwischen den Mozilla-Entwicklern und den IT-Spezialisten einiger großer Firmen statt, darunter auch IBM. IBM setzt Firefox nach Angaben von John Walicki, IT-Manager bei dem Großkonzern, bisher an über 500.000 PC-Arbeitsplätzen ein, nachdem man vor einem Jahr voll auf den freien Browser umgestellt hat.

Walicki kann Firefox nach eigenen Angaben praktisch nicht mehr einsetzen, weil die für Tests und die Auslieferung nötige Zeit fehlt, da zu schnell neue Versionen veröffentlicht werden. IBM habe gerade erst die Erprobung von Firefox 4 abgeschlossen und wollte in Kürze mit der Einführung beginnen, um so den älteren Firefox 3.6 zu ersetzen. Durch die Umstellung auf die neue Release-Planung seitens Mozilla hätten er und seine Mitarbeiter nun die Wahl, Firefox 4 mit möglicherweise ungepatchten Schwachstellen einzuführen, den Testzyklus tausender intern eingesetzter Anwendungen mit für den jüngst veröffentlichten Firefox 5 neu zu starten oder weiter mit Firefox 3.6 zu arbeiten. Der gesamte bisher betriebene Aufwand sei somit hinfällig.

Das Problem besteht nach Angaben von Kaply vor allem darin, dass Firmen nicht einfach neue Major-Updates eines Browsers im Abstand von sechs Wochen erproben und ausliefern können. Bisher konnte man sich bei den in kurzen Abständen erscheinenden Sicherheitsupdates für Firefox noch darauf verlassen, dass Webanwendungen problemlos weiterlaufen würden. Da Firefox 5, 6, 7, 8 und so weiter aber in einem derart kurzen Abstand als neue Major-Releases erscheinen und diverse grundlegende Neuerungen geplant sind, fehle den Unternehmen schlicht die Zeit.

Bei Mozilla scheint man die Situation zwar nachvollziehen zu können, ist aber nicht zum Einlenken bereit. Als Reaktion auf die Kritik von IBM und Kaply erklärte Firefox-Evangelist Asa Dotzler in einem Kommentar, dass Firmenkunden für Mozilla praktisch keine Rolle spielen. Firefox werde täglich millionenfach von Privatanwendern heruntergeladen. Enterprise-Kunden stellen deshalb Dotzler zufolge keine wichtige Gruppe von Anwendern dar, weshalb man nicht auf ihre Probleme eingehen könne.

Jede Minute, die man dafür aufbringe, einen Firmenkunden zufrieden zu stellen, sei besser für Verbesserungen zugunsten von Privatanwendern zu verwenden, so Dotzler weiter. Mozilla wolle seine beschränkten Ressourcen lieber für Milliarden Anwender einsetzen, die nicht von Support-Teams eines großen Unternehmens unterstützt werden. Der Mozilla-Mitarbeiter stellte außerdem klar, dass man mit jeder neuen Major-Version von Firefox die Unterstützung für die jeweils vorangegange Ausgabe einstellen werde, woran auch nicht zu rütteln sei.

Microsoft reagierte bisher nicht mit einem offiziellen Statement auf die Entscheidung von Mozilla, den Markt der Firmenkunden mit Firefox künftig praktisch nicht mehr zu bedienen. Ari Bixhorn vom Internet Explorer-Team von Microsoft wandte sich jedoch mit einem offenen Brief an IBM und erklärte, dass man Unternehmenskunden mit dem IE natürlich weiterhin als wichtige Kundengruppe sehr ernst nehme. Microsoft unterstütze grundsätzlich jede Version des Internet Explorer so lange, wie die letzte von dem Browser unterstütze Windows-Version, auf der die jeweilige Ausgabe eingesetzt werden kann, mit neuen Updates versorgt werden kann.

Da also Windows 7 Enterprise mit verlängertem Support bis Anfang 2020 unterstützt werde, gelte dies auch für den Internet Explorer 9. Marktbeobachter gehen nun davon aus, dass Mozilla mit seiner Konzentration auf Privatanwender den wichtigen Bereich der Firmenkunden vollkommen dem Internet Explorer überlassen könnte, was nach Meinung mancher der selbst auferlegten Mission der Firefox-Macher widerspricht, die Offenheit des Internets zu fördern. Browser, Logo, Firefox, Mozilla, Mozilla Firefox Browser, Logo, Firefox, Mozilla, Mozilla Firefox Mozilla
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