Dänemark: Kopierschutz-Knacker zeigt sich selbst an

Recht, Politik & EU Ein dänischer Nutzer hat sich aus Frust gegenüber dem Urheberrechtsgesetz seines Landes selbst angezeigt. Er habe in zahlreichen Fällen den Kopierschutz auf Film-DVDs umgangen, teilte er in einem Schreiben an die Antipiratgruppen mit. Mit der Selbstanzeige bei der Urheberrechtsschutz-Organisation will Henrik Andersen auf ein Paradoxon in der Gesetzgebung aufmerksam machen, das nicht nur in Dänemark, sondern auch in Deutschland besteht. Demnach ist die Herstellung digitaler Kopien für den privaten Gebrauch ausdrücklich erlaubt, das Umgehen eines Kopierschutzes aber verboten.

"Nach heutiger Gesetzeslage kann man zuhause also kein Media Center betreiben, ohne gegen geltendes Recht zu verstoßen", erklärte er laut einem Bericht des Magazins 'TorrentFreak'. Immerhin sind faktisch alle DVDs geschützt und man kann seine Inhalte nur an einem Ort zusammenführen, wenn man den Kopierschutz umgeht.

Andersen gab an, rund 100 legal erworbener Filme und 10 Staffeln verschiedener Serien auf sein Media Center kopiert zu haben. Seine gesamte DVD-Sammlung steht ihm nun über den Rechner zur Verfügung. "Da dieses Kopieren eine Verletzung des dänischen Gesetzes darstellt, zeige ich mich hiermit wegen Verstoßes gegen §75 Urheberrecht an", so Andersen in seinem Schreiben an die Antipiratgruppen.

Von politischer Seite her habe man bisher stets erklärt, dass sich das Problem mit neuen DRM-Systemen, die Kopien in einem bestimmten Umfang zulassen, selbst lösen wird. Dies ist aber nicht eingetreten. Deshalb sei er bereit, so Andersen, die Rechtslage vor Gericht auf einen Prüfstand zu stellen.
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