Google macht Solarstrom bald deutlich billiger

Wirtschaft & Firmen Der Suchmaschinenbetreiber Google hat zwei Neuentwicklungen im Bereich der Stromerzeugung vorgestellt, mit denen die Gewinnung regenerativer Energien deutlich billiger werden soll. Auf der Reuters Global Climate and Alternative Energy Summit, die in der letzten Woche in San Francisco stattfand, präsentierte das Unternehmen unter anderem neue Materialien für die Spiegel, die in solarthermischen Kraftwerken eingesetzt werden.

"Wir haben uns Materialien angesehen, die bei der Herstellung von Spiegeln eher unüblich sind", erklärte Bill Weihl, der Googles Engagement in dem Bereich leitet. Und man sei fündig geworden. Details nannte er zwar noch nicht, allerdings sollen sich die Kosten für die Spiegel schon bald um ein Viertel oder mehr reduzieren lassen.

Dies wäre durchaus ein guter Schritt vorwärts. Aktuell liegen die Investitionen bei solarthermischen Kraftwerken für Spiegel bei 2,50 Dollar bis 4 Dollar pro Watt. Eine 250-Megawatt-Anlage kostet so zuzüglich der Turbine 600 Millionen bis 1 Milliarde Dollar. Daraus resultiert ein Strompreis von 12 bis 18 Cent je Kilowattstunde.

Sinkt dieser, können solche Kraftwerke viel besser mit anderen Arten der Stromerzeugung konkurrieren. Mit dem neuen Spiegel-Material kann man hier ein gutes Stück vorankommen. Allerdings stehen noch einige Tests aus, so zum Beispiel zum Verhalten der neuen Spiegel in der Wüste.

In zwei bis drei Jahren will Google einen weiteren Meilenstein setzen. Bis dahin soll die Entwicklung neuer Turbinen für solarthermische Kraftwerke abgeschlossen sein. Wie Weihl ausführte, sei das Ziel, dann eine Pilotanlage in Aktion zu zeigen, die die Umstellung der Stromversorgung auf regenerative Energien beschleunigt.

Das neue System soll deutlich mehr Strom erzeugen als aktuelle Anlagen und leicht in Massenproduktion herzustellen sein. Außerdem soll sie relativ geringe Investitionen erfordern, so dass ein Strompreis von 5 Cent oder weniger pro Kilowattstunde möglich wird.
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