Spielehersteller Atari stoppt Klagen gegen Filesharer

Spiele Der Spielehersteller Atari hat die Verfolgung von Filesharing-Nutzern, die Produkte des Unternehmens illegal aus dem Internet heruntergeladen haben sollen, vorläufig unterbrochen. Hintergrund ist das Ende der Zusammenarbeit mit einer Anwaltskanzlei. Bisher hatte die Londoner Kanzlei Davenport Lyons im Auftrag von Atari Filesharer verfolgt. Die Anwälte waren unter anderem gegen Personen vorgegangen, die Race07 und einige andere Atari-Titel über das Filesharing-Netzwerk BitTorrent angeboten haben sollen. Die Betroffenen waren zu Schadenersatzzahlungen aufgefordert worden.

Davenport Lyons forderte jeweils die Zahlung von 500 britischen Pfund, umgerechnet knapp 600 Euro. Wer nicht zahlen wolle, habe mit rechtlichen Schritten zu rechnen, so die Taktik der Anwälte. Warum man sich von der Kanzlei getrennt hat, erläuterte Atari zunächst nicht.

Wahrscheinlich will der Spielehersteller durch diesen Schritt aber weitere negative Schlagzeilen vermeiden. Das Unternehmen war wegen seiner Aktivitäten im Kampf gegen "Raubkopien" zuletzt in die Kritik geraten. Atari und Davenport Lyons hatten Provider gezwungen, die Nutzerdaten für bestimmte IP-Adressen herauszugeben, um so direkt gegen Filesharer vorzugehen.

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Fall, in dem man ein Paar aus Schottland vor Gericht zerrte, obwohl die Betroffenen weder PC-Spiele nutzten, noch Ahnung von Filesharing-Technologien hatten. Atari versicherte, dass man weiterhin gegen die illegale Verbreitung seiner Produkte vorgehen werde.
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