iTunes: Norwegen setzt Apple Frist für DRM-Verzicht

Musik- / Videoportale Norwegens Verbraucherschützer erhöhen nun den Druck auf Apple. Das Unternehmen hat eine Frist gesetzt bekommen, bis zu der es seinen Kopierschutz FairPlay öffnen muss. Bei Nichterfüllung der Auflagen der norwegischen Behörden drohen Apple empfindliche Strafen.

Verbraucherombudsmann Bjørn Erik Thon setzte Apple eine Frist bis November dieses Jahres, weil Apple seine im Februar ihm gegenüber getätigten Zusagen bezüglich der Einführung DRM-freier Inhalte und mehr Interoperabilität bis heute nicht in die Tat umgesetzt hat. Das Unternehmen habe insgesamt zwei Jahre Zeit gehabt.

Ursprünglich war Apple wegen des bei seinem Download-Shop iTunes verwendeten Kopierschutzes mit den norwegischen Behörden aneinander geraten. Hintergrund sind Klauseln in den Nutzungsbedingungen von iTunes, die die Umgehung des Kopierschutzes verbieten. Dies verstößt nach Ansicht der Norweger gegen Verbraucherschutzgesetze, die eine freie Übertragbarkeit digitaler Daten auf diverse Endgeräte nach Wahl des Kunden verlangen.

Zwar bietet Apple im Rahmen von iTunes Plus DRM-freie Musik an, doch diese stammt bisher nur von der Plattenfirma EMI und vielen kleineren Labels, nicht aber von weiteren großen Musikkonzernen. Deshalb sehen die norwegischen Verbraucherschützer ihre Auflagen noch nicht erfüllt. Thon fordert deshalb erneut eine Öffnung des FairPlay-Kopierschutzsystems für Endgeräte von anderen Herstellern.

Apple-Chef Steve Jobs hatte erst im letzten Jahr beteuert, dass man ja gerne DRM-freie Musik anbieten wolle, doch die großen Plattenfirmen sich dabei bisher schwer tun. Tatsächlich hatte sein Unternehmen mit verschiedenen Maßnahmen versucht, den Norwegern entgegen zu kommen - Apple veröffentlichte sogar Informationen zum Brennen von FairPlay-geschützten Inhalten.

Nach Angaben von Verbraucherombudsmann Thon reicht dies jedoch noch nicht aus. Letztlich könnte Apple gezwungen sein, die norwegische Ausgabe von iTunes zu schließen, was eine Art Dominoeffekt auslösen könnte. Die Norweger erhalten in ihrem Anliegen nämlich von Ländern wie Dänemark, Finnland, Frankreich, den Niederlanden und auch Deutschland Unterstützung.
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