SMS-Nutzung ohne Negativeffekt für die Sprache

Forschung & Wissenschaft Die regelmäßige Nutzung von SMS oder Instant Messaging hat keinen negativen Einfluss auf die grundlegenden Sprachfertigkeiten von Jugendlichen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die Wissenschaftlern an der University of Toronto gestern veröffentlichten. Sie widersprechen damit der These, dass die Nutzung entsprechender Kommunikationsdienste zu einer unsauberen Verwendung der Sprache führt. Die Forscher analysierten für ihre Studie ein Textvolumen von rund einer Million online oder per Handy verschickten Nachrichten. Dem stellten sie eine Untersuchung von 250.000 gesprochenen Wörtern der gleichen 72 jungen Nutzer im Alter zwischen 15 und 20 Jahren gegenüber.

In den per Instant Messaging und SMS ausgetauschten Nachrichten komme demnach ein "robuster Mix aus umgangssprachlichen und formalen Redewendungen" zum Einsatz, hieß es. Dies sei im Vergleich zur Alltagssprache nicht verwunderlich: "Instant Messaging ist eine interaktive Unterhaltung zwischen Freunden, die ohnehin in einer weniger formalen Sprache erfolgt", so Derek Denis, Mitautor der Studie.

Auch wenn die Sprachmuster eher der gesprochenen Rede folgen, würden Rechtschreibung und Grammatik eher den üblichen Regeln folgen, so die Forscher. Die oft beschworene Häufung von Abkürzungen konnten die Wissenschaftler bei ihrer Untersuchung nicht nachvollziehen: Mit 2,4 Prozent sei deren Anteil "winzig klein". Und auch wenn das englische "you" in neun von zehn Fällen auf ein "u" reduziert wurde, bestehe keine Gefahr für den Untergang der korrekten Form, so die Wissenschaftler.
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