Netflix zeigt bedrückenden Trailer zu Im Westen nichts Neues

Es gibt kaum einen (deutschen) Roman, der das Grauen des Ersten Weltkriegs und von Kriegen insgesamt so eindringlich schildert wie Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues. Das 1928 entstandene Buch wurde bereits mehrfach verfilmt, für die neueste Umsetzung ist der Streaming-Dienst Netflix verantwortlich.

"Das ist weder eine Anklage noch ein Bekenntnis. Es ist der Bericht über eine Generation. Die vom Krieg zerstört wurde. Auch wenn sie seinen Granaten entkam." Mit diesen Worten von Erich Maria Remarque beginnt der erste Trailer zur neuen Netflix-Verfilmung von Im Westen nichts Neues.

Es ist übrigens die erste deutschsprachige Verfilmung des Stoffes. Denn die bisherigen beiden Umsetzungen waren US-amerikanische Produktionen (teils als britische Co-Produktion), erst Netflix gab einem Regisseur und Schauspielern aus Deutschland die Chance, den Stoff in jener Sprache umzusetzen, in der er geschrieben wurde.

Hauptverantwortlich für Im Westen nichts Neues ist Edward Berger. Der 52-jährige Wolfsburger ist ein erfahrener Regisseur, der bereits mehrfach beim Tatort sowie Polizeiruf 110 und Deutschland 83 im Einsatz war. Er hat auch schon internationale Erfahrungen und saß etwa bei fünf Folgen der Fernsehserie The Terror im Regiestuhl.

Deutsche Perspektive

Sein Ziel erklärte Berger gegenüber dem Branchenfachblatt The Hollywood Reporter: "Ich sehe mir, wie wir alle, viele amerikanische und englische Filme an und gelegentlich ist ein Kriegsfilm oder sogar ein Antikriegsfilm darunter. Und ich halte sie für sehr unterhaltsam. Aber ich habe das Gefühl, sie zeigen nie meine Perspektive, die Perspektive, die ich als Deutscher habe", sagt Berger.

Berger weiter: "Nicht die (Perspektive) der Amerikaner, die Europa vor dem Faschismus gerettet haben, oder die Englands, das gegen seinen Willen angegriffen und in einen Krieg hineingezogen wurde, dessen Soldaten zwar traumatisiert und psychisch gebrochen, aber als Helden gefeiert nach Hause zurückkehrten, wo der Krieg ein Ereignis ist, das in die nationale Psyche eingeht als etwas, auf das die Gesellschaft zum Teil stolz ist. Bei uns ist es genau das Gegenteil. In unserer nationalen Psyche gibt es nichts außer Schuld, Horror, Terror und Zerstörung."

Die Hauptrolle übernimmt der Österreicher Felix Kammerer, das Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters ist als Paul Bäumer zu sehen. Bäumer, der wie so viele zu dieser Zeit euphorisch in den Krieg zieht, verliert aufgrund der Schrecken des Alltags an der Westfront diese Illusion aber schnell.

Der Film feiert am 12. September am Toronto Film Festival seine Premiere und wird am 29. September 2022 in ausgewählten Kinos anlaufen, der Netflix-Start erfolgt dann am 28. Oktober 2022. Ob der Streifen auch gelungen ist, wird man zwar erst sehen, die Bilder des Trailers versprechen aber einen beeindruckenden und auch bedrückenden (Anti-)Kriegsfilm.
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