Kauf der Toshiba-Speichersparte wird zum Kindergarten-Drama

Chip, Halbleiter, Platine Bildquelle: Jiahui Huang / Flickr
Das Drama um die Zukunft der Speichersparte des japanischen Konzerns Toshiba spitzt sich immer weiter zu. In Japan versucht man, die Kontrolle über das Hochtechnologie-Unternehmen irgendwie im Land zu behalten - auch mit Hilfe aus dem Ausland. Doch die Bietergruppe ist alles andere als eine geschlossene Gruppe mit einheitlichen Zielen. Auf Initiative staatlicher Stellen wurde das so genannte Innovation Network Corp of Japan (INCJ) ins Leben gerufen. Allerdings kann man von staatlicher Seite nicht einfach Milliarden investieren und versucht stattdessen, Partner aus der Wirtschaft zusammenzuholen. Das ist allerdings nicht gerade einfach, wie sich nun in einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zeigt.

Schnell hatte man beispielsweise den Speicherspezialisten Western Digital mit an Bord, der mit Toshiba hier in einem Joint Venture zusammenarbeitet und bereits ganz eigene Probleme beim geplanten Verkauf bereitete. Dem US-Unternehmen folgte der ebenfalls aus den USA kommende Finanzinvestor KKR. Doch das reichte noch nicht, um die voraussichtlich rund 18 Milliarden Dollar zusammenzubekommen, die die Übernahme der Speichersparte Toshibas kosten wird.


Laut Reuters soll das INCJ-Konsortium nun auch noch um den südkoreanischen Chiphersteller SK Hynix erweitert werden. Dieser bringt ordentlich Kapital mit in die Angelegenheit. Allerdings passt die Mitarbeit der Südkoreaner den Western Digital-Leuten überhaupt nicht und das US-Unternehmen hat sich kurzerhand aus der Gruppe verabschiedet - ob die Entscheidung endgültig ist, ist aber noch unklar.

Zusammen kommen die verschiedenen Partner nun auf 15,4 Milliarden Dollar. Das ist weniger als Toshiba haben will, was aber trotzdem zu einer Einigung führen könnte - zumindest wenn Western Digital dann doch an Bord bleibt. Denn der Festplatten-Hersteller wollte zwar ohnehin nicht direkt Geld mit auf den Tisch legen, dafür aber einen nicht unbeträchtlichen Teil der Schulden des Joint Ventures übernehmen, was sich natürlich auf den Kaufpreis auswirken würde. Hier bedarf es nun also eines hohen Verhandlungsgeschicks, um die Gruppe letztlich vielleicht doch noch zusammenzuhalten. Chip, Halbleiter, Platine Chip, Halbleiter, Platine Jiahui Huang / Flickr
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