Motorola Moto G5 Plus im Test:
Mehr Geld für kaum mehr Features

Fazit + Testwertung: Die Kamera macht‘s

Unterm Strich summieren sich die Vorteile des Motorola Moto G5 Plus im Vergleich zum Moto G5 geringer als gedacht. Ja, das Display ist mit 5,2 statt 5 Zoll 10 Prozent größer, dafür aber etwas weniger hell. Macht in der Praxis keinen nennenswerten Unterschied, ebenso wenig wie die Maße des gesamten Korpus.
Test Motorola Moto G5 Plus
Der Prozessor hat mit 11 statt 41 Prozent unter Durchschnitt zwar mehr PS unter der Haube, doch führt das in der Praxis nur in Ausnahmefällen zu wirklich merklichen Leistungssteigerungen. Beim grafisch höchst anspruchsvollen Spiel "Dead Trigger 2" schafft das Plus 42 und der kleine Bruder 39 Bilder pro Sekunde.

Im Vergleich zu 45 Bildern pro Sekunde, die das aktuell stärkste Android-Telefon erzielt, das Samsung Galaxy S8+. Die meisten Anwender werden also von den zusätzlichen Pferdestärken wenig bis nichts merken.

Das muss leider auch für die Akkulaufzeit konstatiert werden: Diese fällt mit 568 statt 488 Minuten zwar 16 Prozent besser aus, liegt aber absolut nur 9 Prozent über dem aktuellen Durchschnitt. Das Moto G5 Plus bringt damit wie das kleine G5 Normalnutzer durch den Tag, Intensivnutzer aber nicht. In Grenzfällen hat das Plus größere Reserven, aber einen zielgruppenverändernden Schritt nach vorn macht es nicht.

Auch Handhabung und Klang am Kopf­hö­rer­aus­gang ("gut") sind identisch. So wie WLAN N (2,4 und 5 Gigahertz), Bluetooth 4.2, Fingerabdruck-Sensor, Dual-SIM, Nano-Coating und das UKW-Radio. LTE wird mit 300 statt 150 Megabit pro Sekunde nominal unterstützt, der SAR-Wert bleibt mit 0,297 statt 0,618 Watt pro Kilogramm (Kopf) beim G5 Plus erheblich niedriger.

Und so bleiben am Ende lediglich drei wirklich signifikante Faktoren. Da wäre zum einen NFC, das nur vom Plus unterstützt wird. Zweitens der interne Speicher mit 32 (netto: 23) statt 16 (netto: 9) Gigabyte. Da sich beide Gedächtnisse aber mittels Micro-SD-Karte erweitern lassen, dürfte auch das nur für die wenigsten eine kaufentscheidende Rolle spielen.

Wirklich ins Gewicht fallen dürfte daher wohl meist die bessere Kamera des Plus. Die 12-Megapixel-Fotos sind dank lichtstärkerer Komponenten bei mageren Lichtverhältnissen überlegen, außerdem agiert der Autofokus wesentlich schneller und präziser. Das macht ein "Gut" anstelle eines "Befriedigend" in der Fotowertung.
Test Motorola Moto G5 Plus
Nicht zuletzt nimmt das G5 Plus Videos in Ultra HD (3840 x 2160 Pixel) auf, also mit vierfacher Auflösung wie das Moto G5. Dem entsprechend gefallen Schärfe und Details erheblich besser als beim Moto G5, das ergibt am Ende ein "Sehr gut" anstelle von "Mangelhaft".

Ob Kamerafreunden das den Preis von jetzt zum Start 279 statt 199 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Rechnerisch drückt dies das Preis-Leistungs-Verhältnis von 51 auf 11 Prozent über Durchschnitt. Was aber immer noch einen prima Wert darstellt, denn die meisten Neulinge der Mittel- und Oberklasse steigen zwischen 30 und 60 Prozent unter dem Mittel ein.

Im Vergleich zum Vorjahresmodell Moto G4 Plus punktet der Novize mit doppeltem Speicher und weit besseren Videos. Prozessorleistung, Akkulaufzeit und die weitere Ausstattung sind ansonsten identisch. Das G4 Plus liegt aber mit seinen 16-Megapixel-Fotos eine Nasenspitze vorn, bietet ein mit 5,5 Zoll etwas größeres Display und kostet mittlerweile weniger als 220 Euro.

Besitzer eines Moto G4 Plus müssen daher nicht umsteigen, sofern sie nicht gerade auf UHD-Videos abfahren. Neuerwerber fahren aber in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis mit dem 2016-er-Modell besser - wie so oft. Test Motorola Moto G5 Plus Test Motorola Moto G5 Plus

Test-Ergebnisse auf einen Blick:

Wirklich bedeutend besser im Vergleich zum Moto G5 schneidet das Motorola Moto G5 Plus nur in Sachen Kamera ab, vor allem die UHD-Videos begeistern. Den doppelten Speicher kann man per Micro-SD-Karte kompensieren. Doch dafür 80 Euro mehr ausgeben?

Dieser ausführliche Test des Motorola Moto G 5 Plus wurde uns freundlicherweise von unserem Freund und Kollegen Lutz Herkner zur Verfügung gestellt. Lutz ist seit mehr als 25 Jahren Technik-Journalist und seit 20 Jahren spezialisiert auf das Thema Mobilfunk. Ihr kennt ihn von zahlreichen Videos und als Betreiber der Webseiten MobiWatch und MoviWatch.

Auf Seite 4 folgen die puren technischen Daten in einer Auflistung. Natürlich ist unser bewährter Preisvergleich auch enthalten, um das jeweils beste Angebot für sich zu finden.
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