Tianhe-3: Bau des weltweit ersten Exascale-Computers hat begonnen

China hat offenbar fest vor seine führende Rolle im Supercomputing zu festigen. Als erste Nation weltweit will man einen Rechner bauen, der im Exascale-Bereich arbeitet, der als nächster großer Durchbruch in der Leistungsfähigkeit von Rechnern angesehen wird.
China, Supercomputer, Tianhe-2
Supercomputing-Zentrum Guangzhou
Wie das National Super Computer Tianjin Center laut einem Bericht der China Daily mitteilte, habe man jetzt mit den Arbeiten an einem System namens Tianhe-3 begonnen. Dieser soll als erster Supercomputer der Welt die Leistungsmarke von 1 Exaflops überschreiten. Man hofft derzeit, Anfang des Jahres 2018 den Probebetrieb mit der genannten Leistung aufnehmen zu können.

Den Tianhe-3 soll aber nicht nur die neue Leistungsklasse erreichen, sondern auch eine komplette Eigenleistung werden. Von den Prozessoren bis zum Betriebssystem soll alles aus chinesischer Entwicklung und Produktion kommen. Beim Vorgänger Tianhe-2 setzte man noch auf Xeon-Prozessoren von Intel. Dieser Rechner steht mit einer Leistung von 33,8 Petaflops aktuell auf dem zweiten Platz der Liste der weltweit schnellsten Rechner.

Im vergangenen Jahr wurde in China bereits der Sunway TaihuLight in Betrieb genommen, der als erster Rechner an der Marke von 100 Petaflops kratzt und damit aktuell die Spitzenposition hält. Auch dieser arbeitet schon komplett mit chinesischer Technik und ist somit im Grunde auch ein erstes Vorab-System zum ersten Exascale-Rechner.

Sunway TaihuLightSunway TaihuLightSunway TaihuLightSunway TaihuLight

Lohnenswerte Investition

Auch anderswo wird intensiv an Exascale-Systemen gearbeitet. Allerdings deutet derzeit nicht viel darauf hin, dass man ebenso schnell mit diesen fertig werden kann, wie die Chinesen. Das liegt auch daran, dass insbesondere die zivile Forschung überall mit knappen Budgets zu kämpfen hat. In China hingegen wurden die Staatsausgaben für die Grundlagenforschung in den letzten Jahren extrem stark gesteigert, um die bestehende Kluft zum Westen schnell zu schließen.

Und es ist davon auszugehen, dass entsprechend hohe Beträge für die Entwicklung des Exascale-Systems bereitgestellt werden. Denn die neue Leistungsklasse wird von Wissenschaftlern sehnsüchtig erwartet, weil sich mit ihr Berechnungen durchführen lassen, die heute einfach noch nicht möglich sind. Das betrifft verschiedene extrem komplexe Simulationen vom Klima über die Plattentektonik bis hin zur Gen-Sequenzierung.

In China ist man daher auch zuversichtlich, dass sich die hohen Investitionen in den Rechner schnell lohnen werden. Liu Guangming, Chef des Supercomputing-Zentrums, rechnet damit, dass die wirtschaftlichen Vorteile, die mit dem System errungen werden können, bei etwa anderthalb Milliarden Dollar im Jahr liegen werden.
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