Anwalt lässt Klage gegen Oatmeal-Zeichner fallen

Mitte Juni sorgte ein höchst kurioser Rechtsstreit für viel Aufsehen: Der Anwalt Charles Carreon hatte den Comic-Zeichner Matthew Inman unter anderem wegen Rufschädigung, zunächst im Auftrag eines Klienten, dann in eigener Sache, verklagt.
Online, Comic, TheOatmeal
theoatmeal.com
Inman hatte im Blog seines Webcomics 'The Oatmeal' eine Seite namens FunnyJunk an den Pranger gestellt, weil diese unzählige seiner Zeichnungen und Comics auf der eigenen Seite gehostet haben, ohne Inman als Quelle zu nennen, geschweige denn ihm ein Honorar zu zahlen. The OatmealAuch an dieser Zeichnung störte sich Charles Carreon Der Zeichner reagierte ganz im Stil seiner Comics und startete auf der Plattform IndieGoGo eine eigenwillige Spendenaktion, die sich mehr oder weniger direkt gegen Charles Carreon richtete: Inman sammelte von seinen Fans Geld für Krebsforschung sowie eine Tierschutzorganisation (insgesamt kamen dabei beachtliche 220.000 Dollar zusammen), das Geld wollte er fotografieren, das Bild dem Anwalt schicken und die Spenden dann zu gleichen Teilen den echten Empfängern überweisen.

Siehe auch: Fall der Woche - Comic-Zeichner gegen Troll-Anwalt

Das fand Carreon aber alles andere als lustig und verklagte (in eigener Sache) alle an der Angelegenheit beteiligten Personen und Organisationen: Allen voran Inman und die Web-Spendenplattform 'IndieGoGo', aber auch - absurderweise - die beiden karitativen Organisationen.

Daraufhin schaltete sich die Bürgerrechtsorganisation 'Electronic Frontier Foundation' (EFF) ein und unterstützte Matthew Inman dabei, sich gegen diese "bizarre Klage" zu wehren. Und zwar griff Carreon bei seiner Klage in die Trickkiste und versuchte die Legitimität des Spendenaufrufes in Frage zu stellen. Die EFF konterte, dass es sich dabei um eine so genannte "strategische Klage gegen öffentliche Beteiligung" (SLAPP; "strategic lawsuit against public participation") gehandelt habe.

Nach Ansicht der durchaus einflussreichen EFF wollte Charles Carreon den Comic-Zeichner dafür bestrafen, dass sich Inman über "nicht haltbare rechtliche Drohungen" lustig gemacht habe und wollte ihn in weiterer Folge "durch das Gerichtssystem schleifen", wie die EFF schreibt. Carreon hat seine Klage nun aber zurückgezogen. Die EFF-Vertreter zeigten sich erfreut, dass Carreon eingesehen habe, dass "seine Klage aussichtlos war" und hofft auch, dass dies auch das Ende für Carreons "Missbrauch des Rechtssystems" bedeute.
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