Windows 8: Social-Dienste Gefahr für Privatsphäre?

Datenschutzexperten und Analysten diskutieren derzeit, ob ein jüngst veröffentlichtes Detail beim Umgang von Daten aus Diensten wie Facebook, Flickr, Twitter, LinkedIn, Hotmail, Gmail und Exchange in Windows 8 tatsächlich eine Gefahr für die Privatsphäre der Anwender darstellen könnte.
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Zuvor hatte 'InfoWorld' einen Bericht veröffentlicht, wonach die tiefgehende Integration der genannten Dienste dafür sorgt, dass auf dem jeweiligen Rechner ein umfangreicher Cache von automatisch gesammelten Daten der Kontakte des Nutzers entsteht, der unverschlüsselt zugänglich ist, wenn Administrator-Rechte vorhanden sind.

Windows 8 erstellt aus den Daten die Kontaktlisten seiner Nutzer und der Cache bleibt auch dann erhalten, wenn sich der Nutzer abmeldet oder das jeweilige System abschaltet. Jeder, der sich mit einem Administrator-Konto an dem Rechner anmeldet, hat dadurch theoretisch Zugriff auf die Kontaktdaten, darunter Namen, E-Mail-Adressen, Adressen, Bilder und Telefonnummern.

Zwar werden die Daten in einem speziellen Format abgelegt, sie lassen sich jedoch in reiner Textform einsehen. Auch Bilder lassen sich mit vergleichsweise wenig Aufwand wiederherstellen. Eine Verschlüsselung findet generell nicht statt.

Nach Einschätzung von Michael Cherry, Chef-Analyst bei Directions on Microsoft, stellt die unverschlüsselte Speicherung der Kontaktdaten nur eine geringe Gefahr dar. Der Cache sei einfach notwendig, damit das Betriebssystem die Inhalte dem Nutzer zügig zugänglich machen kann, sagte er gegenüber 'CSO Online'. Da ein Angreifer zunächst Admin-Rechte benötigt, müsste der betroffene Computer zuvor ohnehin vollständig kompromittiert werden.

Wenn ein Angreifer Administratorrechte erlange, sei es ohnehin zu spät, schließlich hätte Derjenige dann generell fast uneingeschränkten Zugriff auf die Daten des Anwenders. Mark Baldwin vom Sicherheitdienstleister InfosecStuff pflichtete Cherry bei - die Gefahr für die Daten der Nutzer sei unter Windows 8 nicht größer als beim Vorgänger. Auch bei Windows 8 sei es sinnvoll, den Rechner mit einem normalen Nutzerkonto zu verwenden, um die Angriffsfläche von vornherein zu reduzieren.

Cherry geht davon aus, dass Microsoft sich des Themas bald annehmen wird, schließlich steckt Windows 8 noch in der Betaphase. Die Redmonder könnten unter anderem eine Verschlüsselung anbieten oder das Löschen des Caches einfach machen, heißt es. Darüber hinaus sei es sinnvoll, die Anwender einfach eindeutig darüber aufzuklären, dass Daten aus sozialen Netzwerken auf ihrem Computer vorgehalten werden.

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