Microsoft: Websucher leiden unter "Cyberchondrie"

Internet & Webdienste Microsofts Forschungsabteilung hat in einer Studie untersucht, welche Einflüsse und Folgen die Selbstdiagnose von Krankheiten unter Zuhilfenahme des Internets haben kann. Dazu wurden Suchanfragen ausgewertet und die eigenen Mitarbeiter befragt. Zu den Erkenntnissen aus der Studie gehört auch, dass die Selbstdiagnose per Suchmaschine oft die schlimmsten Befürchtungen entstehen lässt. Die Surfer würden oft die schwerwiegendsten Diagnosen für sich selbst zutreffend sehen, so die Microsoft-Forscher.

Nach Angaben von Eric Horvitz von Microsoft, handelt es sich um die erste tiefgehende Studie zu dem Thema. Viele Anwender gehen ihm zufolge davon aus, dass ihnen eine Suchmaschine ähnliche Erkenntnisse liefern kann wie ein menschlicher Experte. Außerdem würden meist nur die ersten paar Resultate berücksichtigt.

Dies bilde oft die Grundlage für falsche oder überzogene Annahmen. Zudem würden Suchanfragen zu einfachen Symptomen wie Kopf- oder Magenschmerzen mindestens so häufig oder noch häufiger Ergebnisse zu ernsthaften Krankheiten zu Tage fördern wie zu eher harmlosen Problemen, auch wenn die schwerwiegenden Erkrankungen wesentlich seltener auftreten.

Für die Forscher bestätigten die Studienergebnisse die bereits vor Jahrzehnten aufgestellte These, dass Menschen meist eher die schwerwiegendsten Probleme auf sich projizieren, was wiederum in ihrem Wesen begründet ist. Zusammen mit den Ranking-Maßnahmen bei Websuchen würde die Wahrnehmnung von Krankheiten dadurch verschoben.

Künftige Suchmaschinen sollen laut Horvitz und seinen Forscherkollegen in der Lage sein, medizinische Anfragen zu erkennen und ihre Suchergebnisse entsprechend anzupassen. Auf diesem Weg würden die Suchenden dann nicht mehr zuerst mit erschreckenden Diagnosen konfrontiert.

Weitere Informationen: "Cyberchondria: Studies of..." (PDF)
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