Wegen steigender Kosten: Sony plant mehr Werbung auf der PlayStation

Sony baut seine Werbeabteilung für das PlayStation-Ökosystem massiv aus, um die steigenden Produktionskosten abzufedern. Weltweite Stellenausschreibungen deuten auf neue Anzeigenformate hin, die frische Einnahmen generieren sollen.
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  • Sony baut seine Werbeabteilung für das PlayStation-System global aus
  • Stellenausschreibungen deuten auf neue Anzeigenformate für Konsolen hin
  • Steigende Produktionskosten zwingen die Branche zu neuen Einnahmen
  • Geplant sind unter anderem Werbeplätze und werbefinanziertes Streaming
  • Die Spielerschaft reagiert traditionell skeptisch auf Werbung in Spielen

Neue Werbestrategie für Konsolen

Sony Interactive Entertainment (SIE) bereitet derzeit einen großflächigen Ausbau seiner Werbeabteilung für das PlayStation-Ökosystem vor. Aktuelle Stellenausschreibungen deuten darauf hin, dass der Konzern weltweit nach Personal sucht, um neue Anzeigenformate zu etablieren. Das Ziel ist es, angesichts steigender Produktionskosten zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen und die eigene Marktposition zu festigen.

Die Videospielbranche steht dieser Tage wirtschaftlich unter hohem Druck. Jüngste Massenentlassungen und sehr lange Entwicklungszyklen zwingen die verantwortlichen Unternehmen zu "kreativen" Lösungen, die den Spielern weniger gefallen werden. Da Konsumenten zunehmend preissensibel reagieren, suchen Hersteller nach Wegen, den Gesamtumsatz zu steigern, ohne die Basispreise für neue Spiele weiter anzuheben. Werbeeinblendungen gelten hierbei als Ansatz, um finanzielle Lücken effektiv zu schließen.


Globale Infrastruktur im Aufbau

Wie das Branchenmagazin Digiday berichtet, besetzt Sony aktuell mehrere Schlüsselpositionen im Werbebereich. Darunter befindet sich die Rolle eines globalen Direktors für Kundenpartnerschaften. Dessen Kernaufgabe soll es sein, übergreifende Werbestrategien über verschiedene Kanäle hinweg zu definieren. Dazu zählen automatisiert gehandelte Werbeplätze, sogenannte Programmatic Ads, sowie werbefinanzierte Streaming-Angebote innerhalb der Konsolenumgebung.

Weitere offene Stellen in San Mateo, London und Tokio unterstreichen den internationalen Fokus der Bemühungen. Gesucht wird unter anderem Führungspersonal für Werbetechnologie und den datenschutzkonformen Umgang mit Nutzerinformationen. Das deutet darauf hin, dass das Unternehmen keine reinen regionalen Tests plant. Stattdessen baut der Konzern eine dauerhafte weltweite Infrastruktur für sein eigenes Anzeigennetzwerk auf.

Der Technologieanalyst Jacob Bourne erklärte gegenüber Digiday, dass der gewählte Zeitpunkt für das Vorgehen kein Zufall sei. Videospiele binden die Nutzer ähnlich lange an die Bildschirme wie herkömmliche soziale Medien, generieren pro Minute aber geringere Werbeeinnahmen. Genau das bietet ein großes finanzielles Potenzial für sämtliche Konsolenhersteller und externe Entwicklerstudios.

Skepsis bei der Spielerschaft

Konkurrenten wie Electronic Arts und Xbox arbeiten hinter den Kulissen bereits an ähnlichen Konzepten. Dennoch birgt das Vorhaben nicht zu unterschätzende Risiken. Direkte Werbeanzeigen in Vollpreistiteln stoßen bei der Zielgruppe oft auf heftige Ablehnung. Sony versuchte bereits in den Jahren 2008 und 2022, direkte Werbung in Spielen zu etablieren. Ein dauerhaftes Geschäftsmodell entstand daraus bisher nicht.

Es bleibt abzuwarten, wie das Unternehmen die Balance zwischen der notwendigen Monetarisierung und der Zufriedenheit seiner Nutzerschaft in Zukunft finden will. Eine offizielle Bestätigung der aktuellen Pläne durch Sony steht bislang aus. Die konkrete Umsetzung der Strategie ist deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Werbung in Videospielen wird immer wahrscheinlicher. Welche Formate würdet ihr in Zukunft akzeptieren und wo zieht ihr persönlich die Grenze? Teilt eure Gedanken dazu gerne unten in den Kommentaren!

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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