Neue KI-Rechenzentren verschmutzen Umwelt mehr als ganze Staaten
Die großen KI-Betreiber brauchen in der nächsten Zeit riesige Mengen zusätzlicher Kapazitäten in der Stromerzeugung. Dabei setzen sie insbesondere in den USA auf schnell zu errichtende Gaskraftwerke, die enorme Mengen an Treibhausgasen ausstoßen.
Unternehmen wie OpenAI, Meta, Microsoft und xAI liefern sich einen Wettlauf um die Energieversorgung ihrer KI-Infrastrukturen. Weil der Anschluss an das öffentliche Stromnetz vielerorts Jahre dauern kann, setzen Entwickler zunehmend auf sogenannte "Behind-the-Meter"-Kraftwerke. Diese werden direkt neben Rechenzentren errichtet und umgehen klassische Energieversorger.
Besonders deutlich zeigt sich das Beispiel bei xAI in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee. Dort wurden bereits Gasturbinen installiert, um den Energiebedarf eines KI-Campus zu decken. Für zwei Standorte in Tennessee und Mississippi ergeben sich laut Genehmigungsunterlagen potenzielle Emissionen von jeweils mehr als 6,4 Millionen Tonnen CO₂ jährlich. In der Region gab es Proteste wegen Luftverschmutzung, zudem laufen rechtliche Auseinandersetzungen mit Umweltgruppen.
Auch Microsoft steht im Fokus: In West-Texas prüft das Unternehmen den Bezug von Strom aus einem Gasprojekt, das laut Genehmigung über 11 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr verursachen könnte. Microsoft verweist darauf, dass man einen Energiemix nutze und auch CO₂-freie Quellen ausbaue.
Besonders ambitioniert ist zudem das sogenannte "Stargate"-Programm, das mehrere KI-Standorte in den USA umfasst und unter anderem mit OpenAI verbunden ist. Allein drei zugehörige Gasprojekte könnten mehr als 24 Millionen Tonnen CO₂ jährlich freisetzen. Ob alle geplanten Anlagen tatsächlich gebaut werden, ist offen. Genehmigungen garantieren keine Umsetzung. Dennoch warnen Experten, dass der rasante Ausbau fossiler Energie für KI-Infrastruktur die Klimaziele großer Tech-Konzerne zunehmend in Frage stellt. Die Kombination aus wachsender Rechenleistung und eigener Stromerzeugung aus Erdgas könnte damit zu einem langfristigen Treiber zusätzlicher Emissionen werden.
Siehe auch:
129 Millionen Tonnen CO₂
Nach einer Auswertung von Genehmigungsunterlagen durch das US-Magazin Wired belaufen sich die potenziellen Emissionen der aktuell geplanten Datenzentrum-Projekte in den USA auf mehr als 129 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr. Das wäre mehr, als das gesamte Land Marokko im Jahr 2024 ausgestoßen hat.Unternehmen wie OpenAI, Meta, Microsoft und xAI liefern sich einen Wettlauf um die Energieversorgung ihrer KI-Infrastrukturen. Weil der Anschluss an das öffentliche Stromnetz vielerorts Jahre dauern kann, setzen Entwickler zunehmend auf sogenannte "Behind-the-Meter"-Kraftwerke. Diese werden direkt neben Rechenzentren errichtet und umgehen klassische Energieversorger.
Besonders deutlich zeigt sich das Beispiel bei xAI in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee. Dort wurden bereits Gasturbinen installiert, um den Energiebedarf eines KI-Campus zu decken. Für zwei Standorte in Tennessee und Mississippi ergeben sich laut Genehmigungsunterlagen potenzielle Emissionen von jeweils mehr als 6,4 Millionen Tonnen CO₂ jährlich. In der Region gab es Proteste wegen Luftverschmutzung, zudem laufen rechtliche Auseinandersetzungen mit Umweltgruppen.
Auch Microsoft steht im Fokus: In West-Texas prüft das Unternehmen den Bezug von Strom aus einem Gasprojekt, das laut Genehmigung über 11 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr verursachen könnte. Microsoft verweist darauf, dass man einen Energiemix nutze und auch CO₂-freie Quellen ausbaue.
Klimaziele in Gefahr
Weitere große Emissionspotenziale ergeben sich bei Projekten von Meta in Ohio sowie in Louisiana, wo neue Gaskraftwerke zur Versorgung von Rechenzentren entstehen sollen. Zusammengenommen erreichen diese Vorhaben ebenfalls mehrere Millionen Tonnen zusätzlicher Emissionen pro Jahr.Besonders ambitioniert ist zudem das sogenannte "Stargate"-Programm, das mehrere KI-Standorte in den USA umfasst und unter anderem mit OpenAI verbunden ist. Allein drei zugehörige Gasprojekte könnten mehr als 24 Millionen Tonnen CO₂ jährlich freisetzen. Ob alle geplanten Anlagen tatsächlich gebaut werden, ist offen. Genehmigungen garantieren keine Umsetzung. Dennoch warnen Experten, dass der rasante Ausbau fossiler Energie für KI-Infrastruktur die Klimaziele großer Tech-Konzerne zunehmend in Frage stellt. Die Kombination aus wachsender Rechenleistung und eigener Stromerzeugung aus Erdgas könnte damit zu einem langfristigen Treiber zusätzlicher Emissionen werden.
Zusammenfassung
- US-KI-Rechenzentren könnten über 129 Mio Tonnen CO₂ pro Jahr ausstoßen
- Das überträfe den Ausstoß Marokkos im Jahr 2024 laut Wired-Auswertung
- Wegen langsamer Netzanschlüsse entstehen oft Gaskraftwerke direkt vor Ort
- xAI setzte in Memphis Gasturbinen ein, begleitet von Protesten vor Ort
- Zwei Projekte in Tennessee und Mississippi liegen je bei über 6,4 Mio Tonnen
- Auch Microsoft, Meta und Stargate prüfen Gasstrom mit hohem CO₂-Risiko
- Experten sehen dadurch Klimaziele großer Tech-Konzerne zunehmend gefährdet
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