Amazon Ring: Kopfgeld für Hack des Cloud-Zwangs ausgesetzt

Besitzer einer Ring-Kamera sind an die Amazon-Cloud gebunden. Die Fulu Foundation bietet nun eine Prämie für einen Hack, der die lokale Datenspeicherung ermöglicht und die Verbindung zu Her­stel­ler­servern kappt. Doch es existieren rechtliche Hürden.
Sicherheit, Tablet, Amazon, Künstliche Intelligenz, Datenschutz, Kamera, Privatsphäre, überwachung, Smart Home, Gesichtserkennung, Illustration, Überwachungskamera, Bewegungserkennung, Videoüberwachung, überwachen, Objekterkennung, Menschenerkennung, Fehlalarm, Sicherheitstechnik, Big Brother, Sicherheitssystem, Amazon Ring, Search Party, Hausautomation
WinFuture/KI-generiert

Kopfgeld auf Amazon-Cloud-Zwang

Die gemeinnützige Fulu Foundation hat ein Angebot für Software-Experten veröffentlicht: Die Organisation zahlt ein Kopfgeld für einen Hack der weitverbreiteten Ring-Kameras. Ziel der Initiative ist eine Modifikation, die den obligatorischen Datentransfer an die Amazon-Server unterbindet und stattdessen eine lokale Speicherung im eigenen Heimnetzwerk ermöglicht.

Hintergrund der Aktion sind die anhaltende Kritik an den Datenschutzpraktiken des Amazon-Tochterunternehmens sowie die Sorge vor einer zunehmenden Überwachung durch vernetzte Türklingeln. Diese wurden zuletzt durch Informationen befeuert, wonach Amazon eine jüngst vorgestellte "Haustier-Überwachung" stark erweitern könnte.

Die Stiftung wurde unter anderem von dem bekannten Reparaturaktivisten und YouTuber Louis Rossmann ins Leben gerufen. Sie bietet über 10.000 Dollar (rund 8486 Euro) für eine funktionierende Lösung an. Dabei steht die Kontrolle über die eigene Hardware im Mittelpunkt der Bemühungen. Die Anforderungen an den Hack sind spezifisch und verlangen den Einsatz gängiger Werkzeuge. Dadurch soll erreicht werden, dass dieser jedem möglich sein soll.

Amazon-Ring-Werbespot "Be A Hero In Your Neighborhood"

Wie Mitbegründer Kevin O'Reilly gegenüber Wired erläuterte, darf die Modifikation maximal eine Stunde Zeit in Anspruch nehmen. Zudem müssen grundlegende Hardware-Funktionen wie die Bewegungserkennung oder die Nachtsicht intakt bleiben. Aktuell sind Nutzer von Ring-Produkten fast unausweichlich an das Ökosystem von Amazon gebunden, was die Stiftung ändern möchte.

Status quo und lokale Optionen

Zwar bietet das Unternehmen mit "Ring Edge" eine Option zur lokalen Speicherung an. Das setzt jedoch den Kauf der teuren Basisstation "Alarm Pro" sowie ein laufendes Abonnement voraus. Selbst bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verbleiben die Daten physisch auf den Servern des Konzerns. Anwender sollen ihre Aufnahmen direkt auf einem lokalen PC oder Server ablegen können, ohne dass Daten das Haus verlassen.

Problem Urheberrecht

Ein wesentliches Hindernis für die legale Verbreitung einer solchen Softwarelösung stellt die Gesetzgebung in den USA dar. Der Digital Millennium Copyright Act (DMCA) untersagt nämlich das Umgehen digitaler Schutzmaßnahmen. O'Reilly warnt davor, dass die Veröffentlichung des Tools für den Entwickler strafrechtliche Konsequenzen haben könnte. Die Stiftung überlässt es daher dem Gewinner des Kopfgeldes, ob die Ergebnisse öffentlich gemacht werden.

Das Timing der Aktion ist kein Zufall. Auslöser für das gesteigerte Interesse war - wie anfangs erwähnt - ein Werbespot beim Super Bowl für das neue Feature "Search Party". Das System nutzt KI-Algorithmen, um vermisste Haustiere über das Netzwerk der Nachbarschaftskameras zu finden. Kritiker befürchten, dass das den Weg für ein privates Überwachungsnetzwerk ebnet. Ring beendete als Reaktion bereits die Partnerschaft mit der KI-Überwachungsfirma Flock. Für viele Datenschützer ist das jedoch nicht ausreichend, solange die volle Kontrolle über die Videodaten beim Hersteller liegt.

Würdet ihr eure Ring-Kamera modifizieren, um die Datenhoheit zurückzugewinnen, oder sind euch die Risiken zu hoch? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare - wir sind gespannt auf eure Sichtweise!

Zusammenfassung
  • Fulu Foundation bietet über 10.000 Dollar für einen Ring-Kamera-Hack
  • Ziel ist lokale Datenspeicherung statt Übertragung an Amazon-Server
  • Mitgründer ist der bekannte Reparaturaktivist Louis Rossmann
  • Die Modifikation darf maximal eine Stunde Zeit in Anspruch nehmen
  • Amazons Ring Edge erfordert teure Hardware und ein Abonnement
  • Der US-amerikanische DMCA könnte strafrechtliche Folgen verursachen
  • Ein Super-Bowl-Werbespot für Search Party löste die Aktion aus

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Amazons Aktienkurs in Euro
Kindle Oasis im Preis-Check
Derzeit keine Angebote im Preisvergleich
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!