Hacker übernehmen mit hinterhältigem Trick WhatsApp-Konten

WhatsApp-Nutzer stehen im Fokus der neuen Angriffswelle "Ghost­Pairing". Kriminelle nutzen die legitime Ge­rä­te­ver­knüp­fung, um Konten ohne Passwort vollständig zu über­neh­men. Wir zei­gen, wie der perfide Trick funktioniert und wie man sich effektiv schützt.
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GhostPairing: Angriff via Linked Devices

Dabei nutzen Kriminelle keine Schwachstellen im Messenger selbst, sondern missbrauchen die Funktion zur Geräteverknüpfung (Linked Devices), um Zugriff auf Chats und Medien zu erhalten. Da keine Passwörter entwendet, sondern bestehende Sitzungen übernommen werden, sind auch technisch versierte Nutzer gefährdet, die Freigaben unbedacht erteilen.

Der Angriff nutzt die Option, ein neues Gerät per Telefonnummer statt per QR-Code zu verknüpfen. Diese Funktion war ursprünglich für WhatsApp Web vorgesehen. Meist beginnt die Attacke mit einer Nachricht von einem bereits kompromittierten Kontakt. Sie enthält einen Link zu vermeintlichen Fotos oder Facebook-Inhalten, häufig mit Vorschau, um Vertrauen zu schaffen.


Social Engineering umgeht den Schutz

Klickt der Nutzer auf den Link, wird er auf eine Phishing-Seite geleitet, die etwa eine Identitätsprüfung oder Altersverifikation vortäuscht. Laut BleepingComputer berichtet das Sicherheitsunternehmen Gen Digital, dass das Opfer dort seine Telefonnummer eingeben soll. Im Hintergrund starten die Angreifer den Prozess zur Verknüpfung eines neuen Geräts mit dem Konto.

Die Kampagne wurde zunächst in Tschechien entdeckt, breitet sich inzwischen aber international aus. GhostPairing nutzt gezielt den Authentifizierungsprozess. Nach Eingabe der Telefonnummer erhält das Opfer einen legitimen achtstelligen Kopplungscode von WhatsApp. Die Täter fordern dazu auf, diesen Code auf der gefälschten Seite einzugeben - angeblich zur Identitätsprüfung.

Mit der Eingabe bestätigt das Opfer unbewusst die Geräteverknüpfung. Viele Nutzer übersehen dabei den Hinweis von WhatsApp. Der Angreifer ist dann als "verknüpftes Gerät" registriert und kann ohne weitere Bestätigung auf Chats und Medien zugreifen. Das Konto wird mit dem System der Täter synchronisiert, was Betrügern ermöglicht, Kontakte zu täuschen oder Schadsoftware zu verbreiten.

Erkennung und Abwehrmaßnahmen

Nutzer sollten bei Nachrichten mit externen Links grundsätzlich vorsichtig sein, auch wenn sie von bekannten Kontakten stammen. Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn Eingaben von WhatsApp-Codes verlangt werden.

In den WhatsApp-Einstellungen unter "Verknüpfte Geräte" lassen sich alle aktiven Sitzungen prüfen. Unbekannte Einträge - etwa "Google Chrome (Windows)" - sollten sofort über "Abmelden" entfernt werden. Die Zwei-Schritt-Verifizierung (2FA) ist zwar empfehlenswert, schützt in diesem Fall jedoch nur eingeschränkt, da der Nutzer den Zugriff selbst autorisiert.

Überprüft ihr regelmäßig eure verknüpften Geräte in den Einstellungen oder vertraut ihr darauf, dass die Sicherheitsmechanismen greifen? Schreibt uns eure Erfahrungen und Meinungen zu dieser Angriffsmethode gerne in die Kommentare.

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Zusammenfassung
  • Bei 'GhostPairing'-Attacken wird die legitime Geräteverknüpfung missbraucht
  • Angreifer nutzen Links von kompromittierten Kontakten mit Phishing-Seiten
  • Nutzer geben auf gefälschten Webseiten achtstellige WhatsApp-Codes ein
  • Kriminelle erhalten durch erfolgreiche Kopplung Zugriff auf alle Chatdaten
  • Die Angriffe wurden zuerst in Tschechien entdeckt und breiten sich aus
  • Regelmäßige Kontrolle verknüpfter Geräte in den Einstellungen schützt
  • Nutzer sollten bei Link-Nachrichten und Code-Anfragen misstrauisch sein

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