Apple TV+ stoppt Serie The Hunt:
Plagiatsvorwürfe verhindern Release

Apple hat die Serie "The Hunt" kurz vor Start gestoppt. Wegen massiver Plagiatsvorwürfe wurde der Thriller komplett entfernt, sogar das Marketingmaterial wurde so weit wie nur möglich aus dem Internet sowie internen Servern gelöscht.
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Startabsage wegen Urheberrechtsstreit

Apple TV(+) hat - überraschend konsequent - die Notbremse gezogen und den für den 3. Dezember geplanten Start der französischen Serie "The Hunt" (Originaltitel: Traqués) abgesagt. Die von dem traditionsreichen Filmstudio Gaumont realisierte Produktion wurde kurzfristig aus dem globalen Release-Kalender gestrichen. Parallel dazu entfernte der Konzern in der vergangenen Woche sämtliches Marketingmaterial sowie Trailer von der Plattform und externen Kanälen. Hintergrund dieser drastischen Maßnahme sind schwerwiegende Vorwürfe der Urheberrechtsverletzung.

Im Fokus der Anschuldigungen steht Cédric Anger, der als Schöpfer, Autor und Regisseur für das Projekt verantwortlich zeichnet. Ihm wird vorgeworfen, die Handlung ohne Genehmigung stark an den Roman "Shoot" des US-amerikanischen Autors Douglas Fairbairn angelehnt zu haben. Das Buch erschien bereits im Jahr 1973. Gaumont bestätigte gegenüber Branchenmedien, dass die Ausstrahlung verschoben sei, während eine interne Untersuchung laufe, um die offenen Fragen bezüglich der Produktion zu klären.

Trailer zur kurz vor Start gestoppten Serie The Hunt

Wie Apple Insider berichtet, geht das Vorgehen des Konzerns aus Cupertino weit über eine bloße Verschiebung hinaus. Demnach erwägen Apple und Gaumont, rechtliche Schritte gegen Cédric Anger einzuleiten, um ihn für den entstandenen Schaden haftbar zu machen. Der Bericht legt dar, dass Apple eine umfassende Säuberungsaktion im Internet veranlasst hat, um Referenzen zur Show zu tilgen. Dies umfasse nicht nur Presseseiten, sondern auch YouTube-Kanäle (Anm.: viel Glück dabei). Zudem soll Cast und Crew untersagt worden sein, sich öffentlich zu dem Projekt zu äußern.

Die inhaltlichen Überschneidungen zwischen der Serie und der Vorlage sind in der Tat frappierend. In der Serie entdecken Freunde während eines Jagdausflugs eine andere Gruppe, die sie unvermittelt ins Visier nimmt. Nach einer blutigen Eskalation kehren die Protagonisten in ihren Alltag zurück, werden jedoch von der Paranoia eingeholt, verfolgt zu werden. Das entspricht exakt der Prämisse von Fairbairns Roman.

Verblüffende Parallelen

Interessant für Filmfans ist der historische Kontext, der den Fall zusätzlich belastet: Der Stoff ist kein Unbekannter in Hollywood. Fairbairns Roman wurde bereits drei Jahre nach Erscheinen, im Jahr 1976, unter der Regie von Harvey Hart verfilmt. Der Streifen kam unter dem Titel "Shoot" (deutscher Titel: "Treibjagd") in die Kinos und zeigte die Hollywood-Größen Cliff Robertson und Ernest Borgnine in den Hauptrollen.

Für die beteiligten Unternehmen stellt der Vorfall ein kostspieliges Debakel dar. Die Serie ist bereits vollständig abgedreht und durchlief die Postproduktion, was Investitionen in Millionenhöhe bedeutet. Experten vermuten, dass eine nachträgliche Einigung mit dem Nachlass des 1997 verstorbenen Fairbairn die einzige Option darstellt, das Material doch noch legal zu verwerten. Dies würde die Kosten zwar weiter in die Höhe treiben, wäre jedoch vermutlich wirtschaftlicher als ein Totalverlust der Produktion.

Haltet ihr das strikte Vorgehen von Apple für angemessen oder hättet ihr eine pragmatischere Lösung bevorzugt? Diskutiert mit uns in den Kommentaren über Urheberrecht im Streaming-Zeitalter. Wir sind gespannt auf eure Perspektiven.

Zusammenfassung
  • Apple stoppt Serie The Hunt kurz vor Veröffentlichung am 3. Dezember
  • Schwerwiegende Plagiatsvorwürfe gegen Schöpfer Cédric Anger sind der Grund
  • Die Handlung wurde offenbar vom Roman 'Shoot' aus dem Jahr 1973 kopiert
  • Apple entfernt sämtliches Marketingmaterial und Trailer von allen Kanälen
  • Rechtliche Schritte gegen den Regisseur werden von Apple und Gaumont erwogen
  • Cast und Crew dürfen sich nicht öffentlich zum Projekt äußern
  • Millionenschwere Investitionen stehen auf dem Spiel trotz fertiger Produktion

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