Nach 2024-Debakel: Coca-Cola scheitert erneut bei KI-Werbespot

Coca-Cola probiert es erneut mit KI-Werbung: Nach einer allseits verrissenen Kampagne von 2024 präsentiert der Getränkeriese einen neuen "Holidays Are Coming"-Spot mit Tieren statt Menschen. Doch auch das zweite Experiment überzeugt nicht vollständig.

Neuer Versuch nach dem KI-Debakel

Coca-Cola wagt einen zweiten Anlauf mit künstlicher Intelligenz bzw. KI-Videogenerierung in seiner traditionellen Weihnachtswerbung. Nach dem verheerenden Feedback zu den KI-generierten Spots von 2024 präsentiert das Unternehmen nun eine überarbeitete Version seines klassischen "Holidays Are Coming"-Werbespots. Die neue Kampagne setzt hauptsächlich auf Tiere statt auf Menschen - eine Reaktion auf die massiven Kritikpunkte des Vorjahres.

Die 2024er-Kampagne hatte für einen regelrechten Shitstorm gesorgt. Zuschauer kritisierten die "seelenlosen" und "gruseligen" KI-generierten Menschen, fehlerhafte Details wie gleitende Lkw-Räder und die allgemeine Künstlichkeit der Darstellung. Allerdings ist auch der diesjährige Spot alles andere als perfekt, wie The Verge berichtet.

Wie das Wall Street Journal berichtet, wird die neue Kampagne in etwa 140 Ländern ausgestrahlt und wurde deutlich kostengünstiger sowie schneller produziert als herkömmliche Werbespots. Pratik Thakar, globaler Vizepräsident für generative KI bei Coca-Cola, verteidigt die Verbesserungen gegenüber THR: "Letztes Jahr kritisierten die Leute die Handwerkskunst. Aber dieses Jahr ist die Handwerkskunst zehnmal besser."

"Holidays Are Coming": Zweiter KI-Werbespot von Coca-Cola

Tiere statt Menschen als Lösung

Die aktuelle Version zeigt Coca-Cola-Trucks, die durch verschiedene Landschaften fahren, während Tiere von Robben bis zu Pandas zusehen. Nur der Weihnachtsmann am Ende basiert auf den historischen Gemälden von Haddon Sundblom aus den 1930er Jahren, die das Unternehmen besitzt. Diese Darstellung des Weihnachtsmanns prägte maßgeblich das moderne Bild der Figur und ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Coca-Cola-Weihnachtskampagnen.

Jason Zada von Secret Level, dem beauftragten KI-Studio, hofft, dass Zuschauer den Spot nicht von einem traditionellen Hollywood-Animationsfilm unterscheiden können. Das Studio arbeitete eng mit Silverside zusammen, einem Unternehmen, das sich auf KI-generierte Videoinhalte spezialisiert hat.

Kritik bleibt bestehen

Trotz der Anpassungen erntet auch der neue Spot erhebliche Kritik. The Verge beschreibt ihn als "schlampiger Schandfleck" mit inkonsistentem Stil und unnatürlich wirkenden Tieren. Die Tiere bewegen sich "unnatürlich, wie flache Bilder, die schlampig animiert wurden, anstatt wie geriggte 3D-Modelle in computergenerierten Grafiken." Achtet man auf die Details, kann man tatsächlich auch dieses Mal zahlreiche Inkonsistenzen und typische KI-Fehler entdecken.

Immerhin funktionieren diesmal die Lkw-Räder korrekt - ein Detail, das im Vorjahr für erheblichen Spott gesorgt hatte. Dennoch bleibt die grundsätzliche Frage nach der Sinnhaftigkeit von KI in emotionaler Werbung bestehen, insbesondere bei einer Marke, die traditionell auf Gefühle und Nostalgie setzt.

Chief Marketing Officer Manolo Arroyo betont die praktischen Vorteile der KI-Produktion: "Früher, als wir noch Dreharbeiten und alle Standardprozesse für ein Projekt machten, begannen wir ein Jahr im Voraus. Jetzt kann man es in etwa einem Monat schaffen." Etwa 100 Personen arbeiteten an der neuen Kampagne - eine vergleichbare Zahl zu KI-freien Produktionen der Vergangenheit. Der Clip ist vor allem auch eines: wesentlich billiger zu produzieren.

Die Debatte um KI in der Werbung spiegelt einen größeren Trend in der Kreativbranche wider, wo Effizienz und Kosteneinsparungen gegen künstlerische Qualität und menschliche Kreativität abgewogen werden müssen.

Was haltet ihr von Coca-Colas KI-Experimenten? Seht ihr darin Innovation oder den Verlust des Weihnachtszaubers? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Nach dem misslungenen KI-Spot von 2024 probiert Coca-Cola es erneut
  • Neuer Weihnachtsspot 'Holidays Are Coming' setzt auf Tiere statt Menschen
  • Die Produktion war deutlich kostengünstiger und schneller als herkömmliche
  • Trotz angeblicher Verbesserungen zeigt der Spot typische KI-Fehler
  • Die Tiere wirken unnatürlich und der Stil ist laut Kritikern inkonsistent
  • Nur der Weihnachtsmann basiert auf historischen Coca-Cola-Gemälden
  • Die Debatte wirft Fragen zum Einsatz von KI in emotionaler Werbung auf

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