KI als Job-Killer: Amazon streicht 14.000 Corporate-Stellen (Update)

Der weltweit größte Online-Einzelhändler Amazon will heute die Entlassung von zehntausenden Mitarbeitern bekannt geben. Dieser Schritt betrifft nicht etwa die zahllosen Mitarbeiter, die in der Logistik des Konzerns arbeiten, sondern die reguläre Belegschaft.
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[Update 13:00 Uhr] Amazon hat die jüngste Entlassungswelle offiziell gemacht. Der US-Konzern streicht zunächst offiziell weniger Stellen als erwartet und entlässt rund 14.000 Mitarbeiter. Man begründet dies mit dem Wunsch, in Zeiten des Ausbaus seiner KI-Fähigkeiten mehr Einsparungen beim Personal erzielen zu wollen. Die unten erwähnte mehr als doppelt so hohe Zahl von Entlassungen könnte erst mit einer im Januar erwarteten zweiten Welle zustandekommen. [/Update]

Amazon streicht Belegschaft abseits Versand zusammen

Wie die Nachrichtenagentur Reuters zuerst berichtete und mittlerweile von anderen Medien wie der New York Times durch eigene Quellen aus dem Umfeld von Amazon bestätigt wurde, plant der Konzern eine gigantische Entlassungswelle, die mehr Mitarbeiter betreffen soll als jemals zuvor. Insgesamt sollen heute 30.000 Konzernbeschäftigte erfahren, dass sie ihren Job los sind.

Amazon hatte schon Ende 2022 und Anfang 2023 tausende Mitarbeiter gehen lassen, doch mit 30.000 neuen Stellenstreichungen sollen nun noch mehr Menschen auf einen Schlag betroffen sein als bei der bisher größten Welle, bei der etwa 27.000 Mitarbeitern gekündigt wurde. Der Handelsriese will durch die Jobkürzungen vor allem Kosten sparen, wobei die Aufgaben der zehntausenden Angestellten, die jetzt gehen müssen, wahrscheinlich zu einem großen Teil im Namen der "Effizienz" durch KI-Dienste ersetzt werden sollen.


Laut dem Bericht der New York Times haben die Manager der einzelnen Gruppen innerhalb von Amazon jüngst die Anweisung bekommen, die Ausgaben für Personal jeweils um 10 bis 15 Prozent zu senken. Laut Reuters sollen insgesamt rund 30.000 Mitarbeiter entlassen werden, was etwa 10 Prozent der weltweiten Belegschaft abseits der mit Logistik und Versand beschäftigten Unternehmensteile entspricht.

Weniger Geld für Menschen, mehr für KI

Der Konzern will mit der Streichung zahlloser Stellen vor allem seine Betriebskosten drücken und Milliarden einsparen, die an anderer Stelle in den Ausbau der KI-Kapazitäten in Form neuer Rechenzentren fließen sollen. Die jetzt geplante Entlassungswelle soll vor allem höherrangige Mitarbeiter betreffen, die zuvor noch verschont blieben. Abseits der jetzt erwarteten Entlassungen im "Corporate"-Bereich soll laut früheren Berichten innerhalb der nächsten fünf Jahre auch mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze in der Logistik wegfallen, was etwa 600.000 weltweite Versand-Jobs betreffen soll.

Angeblich hat Amazon viele seiner Manager jüngst an internen Schulungen teilnehmen lassen, damit diese besser darauf vorbereitet sind, die Streichung der Arbeitsplätze vieler ihrer Team-Mitglieder zu kommunizieren. Unterdessen soll für Januar 2026 bereits eine weitere Entlassungswelle geplant sein, die nach dem Weihnachtsgeschäft durchgeführt werden würde.

Amazon-Chef Andy Jassy hatte schon im Sommer angekündigt, dass "Effizienzsteigerungen durch KI" dafür sorgen werden, dass die "Corporate"-Belegschaft in den kommenden Jahren immer weiter schrumpft, weil man "weniger Leute braucht, um einige der heute zu erledigenden Aufgaben zu bewältigen". Die Verkündung der Stellenkürzungen bei Amazon soll im Lauf des heutigen Tages (US-Zeit) offiziell erfolgen.

Zusammenfassung
  • Amazon kündigt heute die Entlassung von 30.000 Corporate-Mitarbeitern an
  • Größte Entlassungswelle in der Unternehmensgeschichte trifft zehn Prozent
  • Kündigungen betreffen vor allem höherrangige Mitarbeiter der Konzernsparte
  • KI-Dienste sollen im Namen der Effizienz viele der Aufgaben übernehmen
  • Logistikbereich soll in nächsten fünf Jahren 600.000 Jobs verlieren
  • Manager wurden speziell für Kommunikation der Stellenstreichungen geschult
  • Weitere Entlassungswelle für Januar 2026 nach Weihnachtsgeschäft geplant

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