WhatsApp: Whistleblower klagt wegen ignorierter Sicherheitslücken

Der Ex-Sicherheitschef des Messengers WhatsApp, Attaullah Baig, hat Klage gegen den Mutterkonzern Meta eingereicht. Er wirft dem Unternehmen vor, gravierende Sicherheits- und Datenschutzlücken bewusst ignoriert und damit Milliarden Nutzer gefährdet zu haben.
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Eklatante Probleme

Baig behauptet, dass Tausende Mitarbeiter von Meta und WhatsApp Zugriff auf sensible Daten wie Profilbilder, Standortinformationen, Kontaktlisten und Gruppenzugehörigkeiten hatten. Zudem würden täglich über 100.000 Konten gehackt, ohne dass Meta geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen habe. Mehrfach habe er Konzernchef Mark Zuckerberg und andere Führungskräfte auf diese Risiken hingewiesen - anstatt Abhilfe zu schaffen, sei er jedoch im Februar entlassen worden, berichtet die New York Times.

Unterstützt wird Baig von der Whistleblower-Organisation Psst.org sowie einer spezialisierten Anwaltskanzlei. Er wirft Meta vor, mit dem Verhalten gegen Auflagen der US-Verbraucherschutzbehörde FTC zu verstoßen. Diese hatte dem Unternehmen bereits 2019 nach dem Cambridge-Analytica-Skandal eine Milliardenstrafe auferlegt und strengere Datenschutzmaßnahmen verordnet.


Meta weist die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher von WhatsApp erklärte, Baig sei wegen "mangelnder Leistung" entlassen worden. Seine Anschuldigungen seien verzerrt und stellten die "kontinuierlichen Bemühungen" des Konzerns in Bezug auf Sicherheit falsch dar.

Serie von Enthüllungen

Die Klage reiht sich in eine Serie von Whistleblower-Enthüllungen ein, die Meta seit Jahren belasten. Erst jüngst hatten ehemalige Mitarbeiter dem Unternehmen vorgeworfen, Kinder auf seinen Virtual-Reality-Plattformen nicht ausreichend zu schützen. 2021 hatte die frühere Managerin Frances Haugen mit internen Dokumenten belegt, dass Facebook wissentlich Produkte entwickelte, die Jugendliche gefährdeten.

Besonders brisant sind Baigs Aussagen auch deshalb, weil WhatsApp bei seinen drei Milliarden Nutzern für besonders sichere Kommunikation steht - verschlüsselte Nachrichten gelten als zentraler Vorteil des Dienstes. Doch laut Baig seien selbst grundlegende Schutzfunktionen von Meta blockiert worden, darunter ein verbessertes Verfahren zur Kontowiederherstellung oder eine Sperre gegen das massenhafte Herunterladen von Profilbildern.

"Meta behandelt seine Nutzer nur als Zahlen in einem Dashboard", sagte Baig in einem Interview. Sein "Traumjob" bei WhatsApp habe sich in eine Enttäuschung verwandelt. Nun wolle er erreichen, dass der Konzern für seine Versäumnisse zur Verantwortung gezogen wird.

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Zusammenfassung
  • Ex-Sicherheitschef Attaullah Baig klagt gegen Meta wegen ignorierter Risiken
  • Tausende Mitarbeiter hatten angeblich Zugriff auf sensible Nutzerdaten
  • Täglich werden laut Baig mehr als 100.000 WhatsApp-Konten gehackt
  • Nach Warnungen an Zuckerberg wurde Baig im Februar 2024 entlassen
  • Meta bestreitet Vorwürfe und begründet Kündigung mit Leistungsmängeln
  • WhatsApp wirbt mit sicherer Kommunikation bei drei Milliarden Nutzern
  • Fall reiht sich in Serie von Whistleblower-Enthüllungen gegen Meta ein

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