Während China die Forschung vorantreibt, canceln USA den Liberty Lifter

Die US-Forschungsbehörde Darpa beendet ihr ambitioniertes Liberty-Lifter-Projekt vorzeitig. Das 98-Millionen-Dollar-Programm sollte ein neuartiges Wasserflugzeug entwickeln, das schwere Militärlasten transportieren kann.
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Aurora Flight Sciences/Darpa

Aus für revolutionäres Wasserflugzeug

Während in China offenbar die Aktivitäten zu dieser Technologie (als "Bohai Seemonster") gerade intensiviert werden, hat die US-Forschungsbehörde Darpa hat ihr vergleichbares 98-Millionen-Dollar-Projekt "Liberty Lifter" gerade eingestellt. Das ambitionierte Vorhaben sollte ein knapp über der Wasseroberfläche operierendes Flugzeug mit fortschrittlichen Verbundwerkstoffen hervorbringen, das für schnelle Logistikmissionen und Katastrophenhilfe konzipiert war.

Der Plan sah zunächst einen Demonstrator in der Größe einer C-130 Hercules vor, der 22.600 Kilogramm heben können sollte. Die finale Version sollte dann mit acht Triebwerken ausgestattet werden und eine Nutzlast von 77.000 Kilogramm transportieren können - vergleichbar mit einer Boeing C-17 Globemaster III.


Technische Herausforderungen

Wie die Darpa mitteilte (via New Atlas), sei der Bau eines Wasserflugzeugs, das bei hohem Seegang starten und landen kann, grundsätzlich machbar: "Die Physik stimmt. Und wir haben gelernt, dass wir das mit maritimen Bautechniken und Verbundwerkstoffen umsetzen können." Dennoch wird kein Demonstrationsflugzeug gebaut, vermutlich - aber das ist reine Spekulation - aus Gründen der Wirtschaftlichkeit.

Aurora Flight Sciences zeigt den Liberty Lifter in einem Render-Video

Das Flugzeug sollte bei Wellengang von bis zu 2,5 Metern starten und landen können sowie bei Wellen bis zu vier Metern auf dem Wasser operieren. Diese Anforderungen stellten eine besondere technische Herausforderung dar, da herkömmliche Wasserflugzeuge meist nur bei ruhiger See operieren können.

Das Liberty-Lifter-Projekt sollte die lange Tradition von Wasserflugzeugen wiederbeleben und dabei moderne Technologien nutzen. Das Konzept basierte auf dem sogenannten "Wing-in-Ground-Effect" - einem aerodynamischen Phänomen, bei dem Flugzeuge in geringer Höhe über Wasser deutlich effizienter fliegen können.

Projektentwicklung und Rückschläge

Das Projekt sollte ursprünglich neue Möglichkeiten für militärische und kommerzielle Organisationen erschließen sowie innovative Fertigungstechniken und Materialien zur kostengünstigeren Produktion großer Flugzeuge entwickeln. Ende 2023 wurde das Programm zunächst umstrukturiert, um technische Risiken früher zu erkennen.

Anfang 2024 schied General Atomics aus dem Projekt aus, während Boeing-Tochter Aurora Flight Sciences weitermachte. Aurora führte Simulationen und Tests mit maßstabsgetreuen Modellen durch, um das technische Design zu demonstrieren und neue Materialien zu erproben. Trotz dieser Fortschritte entschied die Darpa letztendlich nun, das Programm nicht fortzusetzen.

Was haltet ihr von der Entscheidung, das Liberty-Lifter-Projekt einzustellen? Seht ihr dennoch Potenzial in der entwickelten Technologie für zukünftige Transportlösungen? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • US-Forschungsbehörde Darpa beendet 98-Millionen-Dollar-Projekt vorzeitig
  • Liberty Lifter sollte schwere Militärlasten über Wasser transportieren
  • Flugzeug sollte bei Wellengang bis zu 2,5 Metern starten können
  • Technologie basierte auf dem effizienten Wing-in-Ground-Effect Phänomen
  • Darpa bestätigt grundsätzliche Machbarkeit trotz Projekteinstellung
  • China intensiviert parallel Aktivitäten zum ähnlichen Bohai Seemonster
  • Boeing-Tochter Aurora führte bis zuletzt Tests mit Modellen durch

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