Deutsche Kapsel mit Asche Verstorbener (und Cannabis) geht verloren

Ein deutsches Raumfahrt-Startup erlebte einen schweren Rück­schlag: Die Nyx-Kapsel mit den sterblichen Überresten von 166 Menschen stürzte in den Pazifik. Das bayerische Unternehmen The Exploration Company spricht von einem "teilweisen Erfolg".
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The Exploration Company

Dramatisches Ende einer Weltraum-Bestattung

Die deutsche Raumfahrt-Firma The Exploration Company (TEC) musste einen herben Rückschlag verkraften. Die "Nyx Mission Possible" genannte Kapsel, die die Asche von 166 Menschen zunächst in den Weltraum und dann wieder zur Erde zurückbringen sollte, ging während des geplanten Wiedereintritts verloren. Der Start erfolgte am 23. Juni an Bord einer SpaceX Falcon 9-Rakete im Rahmen der Transporter-14-Mission.

Die Nyx-Kapsel war dabei die größte Nutzlast unter insgesamt 70 verschiedenen Satelliten und Raumfahrzeugen. Für das in München ansässige Startup TEC war dies erst das zweite Raumfahrzeug, das den Orbit erreichte - und das innerhalb von nur vier Jahren. Die Nyx-Kapsel soll künftig sowohl Fracht als auch Crews in den erdnahen Orbit und darüber hinaus transportieren können.

Wie Space berichtet, handelte es sich um den ersten Versuch einer solchen Rückführung von Weltraum-Bestattungen zur Erde. Bislang wurden die sterblichen Überreste bei derartigen Missionen entweder dauerhaft im All belassen oder sie verglühten beim Wiedereintritt in die Atmosphäre.

The Exploration Company stellt die "nachhaltige" Nyx-Raumkapsel vor

Technische Pannen beim Wiedereintritt

Nach dem Wiedereintritt konnte TEC zunächst wie geplant die Kommunikation mit der Kapsel wiederherstellen. Der Kontakt brach jedoch in einer Höhe von 26 Kilometern ab - kurz vor der transsonischen Phase, die dem Öffnen der Fallschirme vorausgeht. Wie das Unternehmen später mitteilte, öffneten sich die Fallschirme indes gar nicht.

Das Fallschirmsystem wurde vor dem Start nicht getestet, um Kosten zu sparen und die Entwicklungszeit zu verkürzen. Man war sich offenbar aufgrund der Erfahrung anderer zu sicher, denn dabei handelte es sich um das gleiche Modell, das auch bei SpaceX Dragon zum Einsatz kommt.

Besondere Fracht an Bord

Die Mission trug nicht nur menschliche Überreste, sondern auch Cannabissamen als Teil des Martian Grow-Projekts. Dieses wissenschaftliche Bürgerprojekt untersucht, wie biologisches Material unter Weltraumbedingungen und bei der Rückkehr zur Erde reagiert. Die Kombination aus kommerzieller Weltraum-Bestattung und wissenschaftlicher Forschung sollte die Vielseitigkeit der Nyx-Kapsel demonstrieren.

Weltraum-Bestattungen haben sich in den vergangenen Jahren zu einem wachsenden Markt entwickelt. Unternehmen wie Celestis bieten verschiedene Optionen an - von kurzen suborbitalen Flügen bis hin zu dauerhaften Orbits um die Erde oder sogar Reisen zum Mond. Die Kosten variieren je nach Destination zwischen wenigen tausend und mehreren zehntausend Dollar.

Trotz des Verlusts wertet TEC die Mission als "teilweisen Erfolg", da wichtige Daten über das Verhalten der Kapsel während des Wiedereintritts gesammelt werden konnten. Diese Erkenntnisse sollen in die Entwicklung zukünftiger Nyx-Versionen einfließen.

Was haltet ihr von Weltraum-Bestattungen? Würdet ihr diese Option für euch oder eure Angehörigen in Betracht ziehen? Teilt eure Gedanken zu diesem besonderen Thema in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Deutsche Nyx-Kapsel mit Asche von 166 Menschen stürzte in den Pazifik
  • Beim zweiten Raumfahrzeug des Münchner Startups TEC öffneten sich keine Fallschirme
  • Das Fallschirmsystem wurde vor dem Start nicht getestet, um Kosten zu sparen
  • Neben sterblichen Überresten transportierte die Kapsel auch Cannabissamen
  • Weltraumbestattungen entwickeln sich zu einem wachsenden Markt mit verschiedenen Optionen
  • Trotz des Verlusts spricht TEC von einem teilweisen Erfolg der Mission

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