Völlig daneben: Manager schickt 9000 Gefeuerte zur KI als Trostspender

Nach massiven Entlassungen hat ein Xbox-Manager einen Rat für die gekündigten Mitarbeiter. Der wirkt angesichts der aktuellen Unternehmensstrategie wie ein weiterer Schlag ins Gesicht. Denn die Ex-Angestellten sollen sich bei Microsofts KI Copilot Hilfe holen.
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Xbox-Manager empfiehlt Gekündigten KI-Hilfe

Microsoft baut seine Gaming-Sparte um, denn laut einigen Insidern sind die "Xbox-Konsolen tot". So möchte man in Europa wohl in einigen Gebieten den Betrieb einstellen und hat zudem kürzlich tausende Mitarbeiter entlassen. In dieser angespannten Situation sorgte ein hochrangiger Xbox-Manager jetzt auch noch für zusätzliche Empörung. Denn Matt Turnbull, Executive Producer bei Xbox Game Studios Publishing, veröffentlichte auf LinkedIn einen ungewöhnlichen Ratschlag an die entlassenen Kollegen.

Laut dem leitenden Angestellten, der seinen Job behalten hat, sollten die Entlassenen KI-Tools wie Microsofts eigenen Copilot nutzen, um mit der "emotionalen und kognitiven Belastung" des Jobverlusts umzugehen.


"Das sind wirklich herausfordernde Zeiten, und wenn du gerade eine Kündigung durchmachst oder dich darauf vorbereitest, bist du nicht allein und musst es nicht allein durchstehen", schrieb Turnbull in seinem inzwischen entfernten Post. Er bot eine Reihe von KI-Prompts an, die den Betroffenen bei der Karriereplanung, Lebenslaufoptimierung und sogar bei emotionaler Unterstützung helfen sollten.

Wie Matt Turnbull auf LinkedIn (via Aftermath) mitteilte, wollte er mit seinem Beitrag "den besten Rat anbieten, den ich unter den gegebenen Umständen geben kann". Besonders bizarr wirkte sein Vorschlag, die KI mit "Ich kämpfe nach der Entlassung mit Impostor-Syndrom. Kannst du mir helfen, diese Erfahrung so umzudeuten, dass ich mich an meine Stärken erinnere?" anzusprechen. Matt Turnbull: LinkedIn-Post zu Xbox-Entlassungen Das Impostor-Syndrom beschreibt eigentlich das Gefühl, den eigenen Erfolg nicht verdient zu haben - Betroffene glauben, sie hätten andere nur getäuscht. Trotz objektiver Leistungen zweifeln sie an ihren Fähigkeiten und führen Erfolge auf Glück oder äußere Umstände zurück. Dieses Phänomen kann zu Stress, Selbstzweifeln und Angst führen.

Schlechtes Timing und mangelndes Fingerspitzengefühl

Die Ironie des Posts von Turnbull entging vielen nicht. Ausgerechnet während Microsoft Milliarden in KI-Technologie investiert und tausende Mitarbeiter entlässt, sollen die Betroffenen nun genau diese Technologie um Hilfe bitten. Die Reaktionen auf den Ratschlag fielen entsprechend kritisch aus.

Verschiedene Branchenvertreter kritisierten den Vorschlag scharf und warfen dem Xbox-Manager mangelndes Fingerspitzengefühl vor. Viele sahen in der Empfehlung eine besonders unpassende Reaktion auf die Entlassungswelle. Der Beitrag wurde nach der heftigen Kritik daher schnell wieder gelöscht.

Massive KI-Investitionen und Studioschließungen

Neben den tausenden Xbox-Mitarbeitern, die ihren Job verlieren, wurden auch mehrere Spielestudios geschlossen und Projekte eingestellt. Das Perfect Dark-Entwicklerstudio The Initiative wurde komplett aufgelöst, ebenso wurde Rares langjähriges Projekt Everwild nach fast einem Jahrzehnt Entwicklungszeit eingestellt.

Gleichzeitig plant Microsoft laut Brad Smith, Vizepräsident des Unternehmens, im Geschäftsjahr 2025 etwa 80 Milliarden Dollar in KI-fähige Rechenzentren zu investieren. Dieser Kontrast zwischen massiven Investitionen in KI und der Entlassung tausender Mitarbeiter macht Turnbulls Vorschlag besonders unpassend.

Die Kritik an Microsofts Strategie wächst ohnehin. Denn während das Unternehmen in den letzten Jahren über 100 Milliarden Dollar ausgegeben hat, um namhafte Entwicklerstudios wie Activision Blizzard, ZeniMax Media, Mojang und Rare unter sein Dach zu bringen, sind nun viele dieser Studios von den Kürzungen betroffen. Die Führung betont allerdings weiterhin die Stärke der momentanen Unternehmensstrategie.

Was meint ihr zu dieser Situation? Ist es angemessen, gefeuerten Mitarbeitern KI-Tools als Hilfe 'anzubieten', die zudem mitverantwortlich für die Entlassungen sind? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Xbox-Manager empfiehlt entlassenen Kollegen Copilot zur Bewältigung
  • Matt Turnbull schlug vor, KI für emotionale Unterstützung zu verwenden
  • Der LinkedIn-Beitrag wurde nach massiver Kritik schnell entfernt
  • Microsoft investiert 80 Milliarden Dollar in KI bei gleichzeitigen Massenentlassungen
  • Mehrere Xbox-Spielestudios wurden aufgelöst und Projekte eingestellt
  • Große Ironie des Rats angesichts der KI-fokussierten Unternehmensstrategie
  • Branchenvertreter warfen dem Manager mangelndes Fingerspitzengefühl vor

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