Neue Hoffnung gegen Krebs:
Immunzellen im Körper umprogrammiert
Die CAR-T-Zelltherapie ist ein großer Hoffnungsträger in der Krebs-Therapie. Das Verfahren ist aber aufwendig und teuer. Das soll sich nun aber ändern, indem der Körper des Patienten selbst zur Wirkstoff-Fabrik umprogrammiert wird.
Doch die Methode ist aufwendig. Zunächst werden T-Zellen aus dem Blut eines Patienten entnommen, in spezialisierten Labors genetisch verändert, vermehrt und schließlich zurück in den Körper infundiert. Diese komplexe und kostspielige Prozedur - ein einzelner Therapiezyklus kostet rund 500.000 Dollar - ist weltweit nur an wenigen Zentren verfügbar.
Jetzt zeichnet sich aber eine potenziell bahnbrechende Entwicklung ab: Anstatt die Zellen außerhalb des Körpers (ex vivo) zu bearbeiten, wollen Forscher sie direkt im Körper (in vivo) verändern. Ziel ist es, die Bauanleitung für den sogenannten chimären Antigenrezeptor (CAR) mittels modifizierter Viren direkt in die T-Zellen einzuschleusen. Diese Methode könnte nicht nur schneller und günstiger sein, sondern auch ohne belastende Chemotherapie auskommen - was die Behandlung für mehr Patienten zugänglich machen würde, berichtet das Fachjournal Nature.
Mehrere Biotechnologieunternehmen arbeiten bereits an entsprechenden Verfahren. Die US-Firma Capstan Therapeutics, gegründet von renommierten Wissenschaftlern wie Levine, Carl June und mRNA-Pionier Drew Weissman, konzentriert sich ausschließlich auf in vivo CAR-T-Therapien. Auch andere Branchengrößen wie AstraZeneca investieren in diesen Sektor: Der Pharmakonzern investierte im März bis zu eine Milliarde Dollar in das belgische Unternehmen EsoBiotec, das im Januar erste klinische Studien mit einer in vivo-Therapie startete.
Neben vereinfachter Herstellung versprechen sich Forscher auch geringere Nebenwirkungen. So könnte etwa das gefürchtete Zytokinfreisetzungssyndrom milder ausfallen. Dennoch bleibt ein Restrisiko bestehen: Die Integration des CAR-Gens in das Erbgut der Zellen kann im ungünstigsten Fall sekundäre Krebserkrankungen auslösen. Wie groß dieses Risiko ist, müssen größer angelegte klinische Studien zeigen.
Siehe auch:
Viren als Datenträger
Die Idee der CAR-T-Zelltherapien stammt aus den 1990er Jahren. Damals wurden Forscher wie Bruce Levine von der University of Pennsylvania für ihren Vorschlag, Immunzellen gentechnisch gegen Krebs umzurüsten, kaum beachtet. Heute zählen CAR-T-Zellen zu den wirksamsten Behandlungsmethoden bei bestimmten Blutkrebserkrankungen.Doch die Methode ist aufwendig. Zunächst werden T-Zellen aus dem Blut eines Patienten entnommen, in spezialisierten Labors genetisch verändert, vermehrt und schließlich zurück in den Körper infundiert. Diese komplexe und kostspielige Prozedur - ein einzelner Therapiezyklus kostet rund 500.000 Dollar - ist weltweit nur an wenigen Zentren verfügbar.
Jetzt zeichnet sich aber eine potenziell bahnbrechende Entwicklung ab: Anstatt die Zellen außerhalb des Körpers (ex vivo) zu bearbeiten, wollen Forscher sie direkt im Körper (in vivo) verändern. Ziel ist es, die Bauanleitung für den sogenannten chimären Antigenrezeptor (CAR) mittels modifizierter Viren direkt in die T-Zellen einzuschleusen. Diese Methode könnte nicht nur schneller und günstiger sein, sondern auch ohne belastende Chemotherapie auskommen - was die Behandlung für mehr Patienten zugänglich machen würde, berichtet das Fachjournal Nature.
Mehrere Biotechnologieunternehmen arbeiten bereits an entsprechenden Verfahren. Die US-Firma Capstan Therapeutics, gegründet von renommierten Wissenschaftlern wie Levine, Carl June und mRNA-Pionier Drew Weissman, konzentriert sich ausschließlich auf in vivo CAR-T-Therapien. Auch andere Branchengrößen wie AstraZeneca investieren in diesen Sektor: Der Pharmakonzern investierte im März bis zu eine Milliarde Dollar in das belgische Unternehmen EsoBiotec, das im Januar erste klinische Studien mit einer in vivo-Therapie startete.
Risiken bleiben
Die Umsetzung ist jedoch technisch anspruchsvoll. Die genetische Modifikation muss immerhin gezielt und ausschließlich T-Zellen erreichen, ohne andere Zellen zu beeinflussen. Unternehmen wie Interius BioTherapeutics oder Umoja Biopharma entwickeln daher spezifische Virusvektoren, die nur an bestimmte Oberflächenproteine der T-Zellen andocken.Neben vereinfachter Herstellung versprechen sich Forscher auch geringere Nebenwirkungen. So könnte etwa das gefürchtete Zytokinfreisetzungssyndrom milder ausfallen. Dennoch bleibt ein Restrisiko bestehen: Die Integration des CAR-Gens in das Erbgut der Zellen kann im ungünstigsten Fall sekundäre Krebserkrankungen auslösen. Wie groß dieses Risiko ist, müssen größer angelegte klinische Studien zeigen.
Zusammenfassung
- CAR-T-Zelltherapie wird durch direkte Umprogrammierung im Körper vereinfacht
- Bisherige Therapie kostet etwa 500.000 Dollar und ist nur begrenzt verfügbar
- Forschungsteams entwickeln Methoden zur genetischen Veränderung direkt im Körper
- Unternehmen wie Capstan Therapeutics und AstraZeneca investieren in diesen Bereich
- Gezielte Modifikation von T-Zellen ohne Beeinflussung anderer Zellen ist eine Herausforderung
- Neben niedrigeren Kosten werden auch geringere Nebenwirkungen erwartet
- Risiko sekundärer Krebserkrankungen muss in klinischen Studien untersucht werden
Siehe auch:
Thema:
Beliebte Downloads
Neue Nachrichten
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen