Dragonfire: Briten rüsten mehr Kriegsschiffe mit Laserwaffe aus

Die britische Royal Navy wird vier ihrer Kriegsschiffe mit neuen Laser­waffen ausstatten. Dies kündigte der britische Verteidigungs­minister Luke Pollard an. Die Finanzierung für das Projekt beläuft sich auf rund 2,6 Milliarden Euro.
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Gegen Drohnen und Granaten

In einem Interview mit BFBS Forces News erklärte Pollard, dass zwar bisher nicht feststehe, welche Schiffe genau das sogenannte DragonFire-Waffensystem erhalten werden, doch die Einsatzbereitschaft sei für das Jahr 2027 geplant. "Energiewaffen sind eine der innovativen und fortschrittlichen Technologien, die wir verstärkt auf unseren Schiffen sehen wollen", sagte Pollard.

Während zuvor nur ein einzelner Zerstörer mit dem System ausgerüstet werden sollte, sei nun eine vollständig finanzierte Planung für vier Schiffe beschlossen worden. Die genaue Auswahl der betroffenen Einheiten werde derzeit von der Marine überprüft.


Das DragonFire-System basiert auf einer leistungsstarken Laserwaffe, die durch ein gebündeltes Lichtsignal Ziele in Sekundenschnelle zerstören kann. Tests in der britischen Forschungseinrichtung Porton Down zeigten, dass Drohnen und andere Ziele, die dem Laserbeschuss ausgesetzt waren, stark versengt und teilweise geschmolzen wurden. Auch Mörsergranaten, die mit DragonFire ins Visier genommen wurden, erlitten schwere Beschädigungen.

Mit der Entscheidung reagierten die Verantwortlichen auch auf die Erfahrungen des Krieges in der Ukraine. In diesem ist der Einsatz von Drohnen auf ein Rekordniveau gestiegen, das zuvor wohl niemand in diesem Umfang für möglich gehalten hätte. Entsprechend fieberhaft wird jetzt überall auch an effizienteren Technologien zur Drohnenabwehr gearbeitet.

Nicht nur Laser

Ebenso plant das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um umfassende Reformen im Be­schaf­fungs­we­sen. Laut Pollard dauert die An­schaf­fung neuer Au­srüs­tung oft zu lange und sei zu teuer. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­r John Healey setze daher auf eine effizientere Organisation mit einem nationalen Rüstungs­direktor sowie ein beschleunigtes Beschaffungs­verfahren.

Neben der Aufrüstung der Marine gab Pollard weitere Investitionen in die Infrastruktur der Streitkräfte bekannt. Ein besonderer Fokus liege auf der Modernisierung von Unterkünften für Militärfamilien. "Viel zu lange haben unsere Soldatenfamilien unter schlechten und maroden Wohnbedingungen gelitten. Das ist völlig inakzeptabel", betonte der Minister. Ein Teil der neu bereitgestellten finanziellen Mittel werde deshalb zur Sanierung dieser Unterkünfte verwendet.

Zusammenfassung
  • Britische Royal Navy rüstet vier Kriegsschiffe mit Laserwaffen aus
  • Finanzierung des DragonFire-Projekts beläuft sich auf 2,6 Mrd. Euro
  • Einsatzbereitschaft der Laserwaffen ist für das Jahr 2027 geplant
  • DragonFire kann Ziele wie Drohnen in Sekundenschnelle zerstören
  • Die Entscheidung basiert auf Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg
  • Verteidigungsministerium plant Reformen im Beschaffungswesen
  • Investitionen in Modernisierung von Unterkünften für Militärfamilien

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