ChatGPT ist wohl ein deutlich geringerer Stromfresser als gedacht

Eine neue Studie zeigt: ChatGPT verbraucht deutlich weniger Energie als bisher angenommen. Statt drei Wattstunden pro Anfrage sind es nur etwa 0,3 Wh. Einen Haken hat das Ganze aber: Bei komplexeren KI-Modellen könnte der Verbrauch wieder steigen.
OpenAI, ChatGPT

Weniger Strom als eine LED-Lampe

ChatGPT, der populäre KI-Chatbot von OpenAI, ist offenbar sparsamer als gedacht. Laut einer aktuellen Analyse verbraucht eine typische ChatGPT-Anfrage nur rund 0,3 Wattstunden (Wh) Strom. Das ist deutlich weniger als die bisher häufig zitierten 3 Wh und entspricht in etwa dem Verbrauch einer LED-Lampe für wenige Minuten. Zu dieser Erkenntnis kommt jedenfalls Epoch AI, ein Non-Profit-Forschungsinstitut, das sich auf KIs spezialisiert ist (via TechCrunch).

Der Energieverbrauch ist im Vergleich zur Nutzung normaler Haushaltsgeräte oder zum Heizen oder Kühlen Ihres Hauses oder zum Autofahren wirklich nicht so bedeutend.
Joshua You, Datenanalyst bei Epoch AI
Zum Vergleich führt Epoch AI an, dass ein durchschnittlicher US-Haushalt täglich über 28.000 Wattstunden Strom verbraucht. Die Studie des KI-Forschungsinstituts basiert auf dem aktuellen Standardmodell GPT-4o von OpenAI für ChatGPT. Sie berücksichtigt neuere, effizientere Hardware wie Nvidia-H100-GPUs sowie realistischere Annahmen zur Länge typischer ChatGPT-Anfragen.


Wie Epoch AI erläutert, geht die Berechnung von durchschnittlich 500 Tokens (etwa 400 Wörter) pro Antwort aus. Dies entspricht in etwa einer Seite maschinengeschriebenem Text. Die Forscher betonen zudem, dass ihre Schätzung sogar eher konservativ ist und der tatsächliche Verbrauch möglicherweise noch niedriger liegt.

Komplexere Anfragen benötigen mehr Energie

Allerdings steigt der Energiebedarf bei besonders langen Eingaben oder der Verarbeitung großer Dokumente deutlich an, so die Experten von Epoch AI. Bei einer Eingabe von 10.000 Tokens - vergleichbar mit einem kurzen wissenschaftlichen Paper - erhöht sich der Verbrauch auf etwa 2,5 Wh. Bei sehr umfangreichen Eingaben von 100.000 Tokens (ca. 200 Textseiten) kann der Energiebedarf sogar auf fast 40 Wh ansteigen.

Experten erwarten, dass die Grundeffizienz von KI-Modellen durch Hardware- und Algorithmus-Verbesserungen weiter zunehmen wird. Gleichzeitig geht der Trend aber auch zu immer leistungsfähigeren KI-Assistenten, die komplexere Aufgaben bewältigen können und müssen.

OpenAI entwickelt etwa neue "Reasoning Models" wie o1 und o3-mini. Diese können zwar anspruchsvollere Probleme lösen, benötigen dafür aber auch mehr Rechenleistung und Energie. Joshua You von Epoch AI prognostiziert: "KI-Modelle werden fortschrittlicher, ihr Training wird wahrscheinlich viel mehr Energie erfordern, und diese zukünftige KI könnte viel intensiver genutzt werden - sie wird viel mehr und komplexere Aufgaben bewältigen, als Menschen ChatGPT heute nutzen."

Trotz Fortschritten bei der Energieeffizienz rechnen Experten mit einem massiven Ausbau der KI-Infrastruktur. Ein Bericht des Rand-Instituts prognostiziert, dass KI-Rechenzentren bis 2027 fast die gesamte Stromkapazität Kaliforniens von 2022 (68 Gigawatt) benötigen könnten. Bis 2030 könnte das Training eines Spitzenmodells eine Leistung erfordern, die der von acht Kernkraftwerken (acht Gigawatt) entspricht.

Wie steht ihr zum Energieverbrauch von KI-Systemen wie ChatGPT? Findet ihr ihn vertretbar oder seht ihr Handlungsbedarf? Teilt eure Gedanken gerne in den Kommentaren!

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Zusammenfassung
  • ChatGPT verbraucht nur 0,3 Wattstunden pro Anfrage statt 3 Wattstunden
  • Energieverbrauch entspricht wenigen Minuten LED-Lampen-Nutzung
  • Effizienzsteigerung durch neuere Hardware und realistischere Annahmen
  • Längere Eingaben oder große Dokumente erhöhen den Energiebedarf deutlich
  • Trend zu leistungsfähigeren KI-Assistenten mit höherem Energieverbrauch
  • Experten erwarten massiven Ausbau der KI-Infrastruktur bis 2027
  • KI-Rechenzentren könnten bis 2030 Leistung von acht Kernkraftwerken benötigen

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