Nyx: SpaceX Dragon-Raumkapsel bekommt Konkurrenz aus Europa
Die europäische Raumfahrt könnte bald einen wichtigen Schritt in Richtung Eigenständigkeit machen. Eine wiederverwertbare Raumkapsel namens Nyx soll der inzwischen bewährten Dragon des US-Unternehmens SpaceX Konkurrenz machen.
Die Raumkapsel Nyx soll bis zu 3000 Kilogramm Fracht befördern können. Das 2019 von den Luft- und Raumfahrtingenieuren Hélène Huby, Sebastien Reichstat und Pierre Vine gegründete Unternehmen hat sich ambitionierte Ziele gesteckt: Die erste Testmission ist für 2028 geplant. Die Finanzierung dafür stammt vorwiegend von privaten Investoren - eine Seltenheit in der Raumfahrtbranche. Zum Vergleich: SpaceX' Dragon-Kapsel wurde maßgeblich von der NASA finanziert.
Aber auch die europäische Weltraumorganisation ESA hat die Bedeutung eigenständiger europäischer Transportkapazitäten erkannt. Anfang des Jahres erhielt The Exploration Company einen Vertrag über rund 25 Millionen Euro zur Entwicklung von Frachtrückführungsdiensten, der bis 2026 läuft. Weitere Aufträge könnten folgen, da die ESA anstrebt, spätestens 2028 mindestens eine europäische Kapsel zur ISS zu schicken.
Neben der Unterstützung durch die ESA zeigt das Unternehmen auch auf dem kommerziellen Markt Erfolge: 90 Prozent des Auftragsbestands von rund 730 Millionen Euro stammen von privaten Raumfahrtfirmen wie Vast, Axiom Space und Starlab, die ebenfalls an Raumstationen arbeiten, die dann Zulieferer benötigen würden.
"Wir respektieren SpaceX und sind von deren Erfolgen inspiriert, aber die Welt braucht mehr Wettbewerb", erklärte Huby. The Exploration Company sieht sich als kleiner, später Wettbewerber, der jedoch entschlossen ist, eine Alternative zu schaffen und Europas Stellung in der Raumfahrt zu stärken.
Siehe auch:
- Europäische Raumkapsel Nyx soll SpaceX' Dragon Konkurrenz machen
- The Exploration Company erhält 150 Millionen Euro Finanzierung
- Nyx soll bis zu 3000 kg Fracht zur ISS transportieren können
- Erste Testmission für 2028 geplant, finanziert durch private Investoren
- ESA unterstützt Projekt mit 25-Millionen-Euro-Vertrag bis 2026
- 90 Prozent des Auftragsbestands stammen von privaten Raumfahrtfirmen
- Weitere Testmission für 2024 mit SpaceX Falcon-9-Rakete geplant
Private Finanzierung
Entwickelt wird das Raumfahrzeug vom deutsch-französisch-italienischen Unternehmen The Exploration Company. Dieses hat nun eine Finanzierungsrunde in Höhe von rund 150 Millionen Euro abgeschlossen. Ziel ist es jetzt, in wenigen Jahren in der Lage zu sein, Fracht zur Internationalen Raumstation (ISS) zu transportieren und zurückzubringen.Die Raumkapsel Nyx soll bis zu 3000 Kilogramm Fracht befördern können. Das 2019 von den Luft- und Raumfahrtingenieuren Hélène Huby, Sebastien Reichstat und Pierre Vine gegründete Unternehmen hat sich ambitionierte Ziele gesteckt: Die erste Testmission ist für 2028 geplant. Die Finanzierung dafür stammt vorwiegend von privaten Investoren - eine Seltenheit in der Raumfahrtbranche. Zum Vergleich: SpaceX' Dragon-Kapsel wurde maßgeblich von der NASA finanziert.
The Exploration Company zeigt ihre Pläne für Nyx
Aber auch die europäische Weltraumorganisation ESA hat die Bedeutung eigenständiger europäischer Transportkapazitäten erkannt. Anfang des Jahres erhielt The Exploration Company einen Vertrag über rund 25 Millionen Euro zur Entwicklung von Frachtrückführungsdiensten, der bis 2026 läuft. Weitere Aufträge könnten folgen, da die ESA anstrebt, spätestens 2028 mindestens eine europäische Kapsel zur ISS zu schicken.
Neben der Unterstützung durch die ESA zeigt das Unternehmen auch auf dem kommerziellen Markt Erfolge: 90 Prozent des Auftragsbestands von rund 730 Millionen Euro stammen von privaten Raumfahrtfirmen wie Vast, Axiom Space und Starlab, die ebenfalls an Raumstationen arbeiten, die dann Zulieferer benötigen würden.
Arbeiten laufen
Bereits in diesem Jahr wurde ein erster Nyx-Demonstrator auf einem Ariane-6-Flug getestet, jedoch nicht vollständig eingesetzt. Eine weitere Testmission namens Mission Possible ist für 2024 mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX geplant."Wir respektieren SpaceX und sind von deren Erfolgen inspiriert, aber die Welt braucht mehr Wettbewerb", erklärte Huby. The Exploration Company sieht sich als kleiner, später Wettbewerber, der jedoch entschlossen ist, eine Alternative zu schaffen und Europas Stellung in der Raumfahrt zu stärken.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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