Solarparks können gegen Klimakrise und auch das Artensterben helfen

Beim Bau von Freiflächen-Fotovoltaik gibt es immer wieder Streit zwischen Verfechtern der Energiewende und den Anhängern eines lokalen Naturschutzes. Es ist allerdings überhaupt nicht schwer, beide Seiten miteinander zu vereinen.
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Auf die Pflanzen kommt es an

Verschiedene Projekte zeigen, dass sich mit den Solarparks durchaus beide großen Probleme unserer Zeit angehen lassen: Sie helfen dabei, die Klimakrise durch eine CO₂-freie Stromerzeugung zu bremsen und die Biodiversitätskrise - das Artensterben - einzudämmen, indem vor allem Wildpflanzen und Insekten ein wertvoller Lebensraum geboten wird.

Fotovoltaik-Entwickler, Solarpark-Betreiber, Biologen und Umweltschützer arbeiten an neuen Strategien, mit denen die Flächen möglichst gut für alle Belange genutzt werden können. "Wir müssen beide Probleme gleichzeitig angehen", erklärt Rebecca Hernandez, Ökologieprofessorin an der University of California, gegenüber der New York Times. Ihre Forschung zeigt, dass Solarparks Insekten durch eine Vielzahl heimischer Pflanzen Nahrung und Schutz bieten.


Diese Pflanzen können nicht nur die Bodenerosion verringern und den Boden nähren, sondern auch Kohlenstoff speichern und Insekten anlocken, die die Bestäubung von nahegelegenen Nutzpflanzen verbessern. Ein insektenfreundlicher Solarpark kann zudem Kosten senken und die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen, da viele Gemeinden großen Solarprojekten skeptisch gegenüberstehen.

Doch die Umsetzung dieser Vision steht noch am Anfang. Einige große Solarprojekte begrenzen den Lebensraum für Bestäuber auf winzige Ecken ihrer Flächen, während andere umfassendere Maßnahmen ergreifen. Die ökologische Wertigkeit variiert erheblich, und es gibt nur wenige Standards, die festlegen, was als "bestäuberfreundlich" gilt.

Wenn man es richtig macht

Im US-Bundesstaat Minnesota wurde bereits gezeigt, dass solche Bemühungen erfolgreich sein können. Seit 2017 untersucht Lee Walston, Landschaftsökologe am Argonne National Laboratory, im Rahmen eines vom Energieministerium geförderten Projekts die Auswirkungen insektenfreundlicher Pflanzen auf Solarparks. Seine Ergebnisse sind beeindruckend: Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Anzahl der Insekten auf Testflächen verdreifacht, und die Population der heimischen Bienen ist sogar um das Zwanzigfache gestiegen.

Doch der Weg ist nicht einfach. Während einige Projekte bereits erfolgreich insektenfreundliche Maßnahmen umgesetzt haben, gibt es auch Gegenbeispiele. In Kalifornien etwa versprach ein Solarprojekt namens "Wildflower Solar" eine vielfältige Vegetation zur Förderung der Biodiversität. Doch bei einem Besuch stellte sich heraus, dass viele der zugesagten Maßnahmen nicht umgesetzt wurden und invasive Gräser die Flächen überwucherten.

Zusammenfassung
  • Streit zwischen Energiewende-Verfechtern und Naturschützern bei Solarparks
  • Solarparks können Klima- und Biodiversitätskrise gleichzeitig adressieren
  • Entwickler und Umweltschützer suchen nach Strategien für multifunktionale Nutzung
  • Professorin Hernandez zeigt, wie Solarparks Insekten und Pflanzen helfen können
  • Insektenfreundliche Solarparks verbessern Bestäubung und senken Kosten
  • Ökologische Standards für Solarparks sind bisher nicht ausgereift
  • Erfolge und Misserfolge bei der Umsetzung insektenfreundlicher Solarprojekte

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