KI-Lernhilfe entwickelt: Studenten erst von Uni geehrt, dann suspendiert

Studenten in den USA gewannen einen Preis ihrer Uni für die Ent­wick­lung einer KI-Lernanwendung. Dann überlegten es sich die Ver­ant­wort­li­chen aber anders und suspendierten die Programmierer. Mit dem Tool "könnte" geschummelt werden ... aber nicht wirklich.
Tablet, Mitarbeiter, Schule, Bildung, Schüler, Konferenz, Lernen, Menschen, Lehrer, Training, Unterricht, meeting, Schulbildung, Pädagokik, Klasse, Pädagoe

KI hilft beim Schummeln

Schon seit der Veröffentlichung der ersten Chatbots ist künstliche Intelligenz auch ein Thema im Bildungssektor. Schüler und Studenten nutzen KI-Assistenten zum Erstellen von Hausarbeiten und anderen Prüfungsleistungen. Schulen und Universitäten müssen reagieren. Im Fall einer amerikanischen Uni scheinen die Verantwortlichen auf den ersten Blick jetzt allerdings etwas über das Ziel hinausgeschossen zu sein.

Universität suspendiert Studenten

Wie 404 Media mit Unterstützung von Court Watch berichtet, hat die private Emory Universität in Atlanta gerade mehrere Studenten suspendiert. Die hätten laut dem Ehrenrat der Uni eine KI-Anwendung entwickelt, die "zum Schummeln benutzt werden könnte". Man beachte den Konjunktiv. Denn der Rat hat bisher keine Beweise dafür gefunden, dass die Anwendung namens Eightball jemals zu Betrugszwecken verwendet wurde.


Erstaunlicher Sinneswandel

Das Kuriose an diesem Vorfall ist, dass die Studenten, die Eightball entwickelt hatten, gerade erst von ebendieser Universität im Rahmen eines dort vergebenen Unternehmerpreises mit dem ersten Platz und 10.000 US-Dollar Preisgeld für ihr KI-Tool geehrt wurden. Zudem nutzte die Wirtschaftsfakultät der Universität die Gelegenheit, um die Studenten immer wieder öffentlich für ihre Arbeit zu loben. Selbst jetzt noch wirbt die Uni mit Eightball als Beispiel für studentische Innovation und Unternehmertum.

Eightball als Lernhilfe konzipiert

Das Tool erlaubt es seinen Nutzern Lernmaterialien hochzuladen. Aus diesen Unterlagen erstellt die Anwendung dann Lernkarten, auf denen die Informationen kompakt zusammengefasst sind. Auch lassen sich mit Eightball Übungstests generieren. Die KI erstellt dabei aus den bereitgestellten Informationen entsprechende Fragen. Das hört sich eigentlich nicht danach an, als könnte man mit der Anwendung auf irgendeine Weise "schummeln".

Um die Verwendung komfortabler zu machen, verknüpften die Studenten ihr Tool außerdem mit der offiziellen Universitätsplattform, auf der Dozenten ihre Lehrmaterialien hochladen. Dokumente konnten auf diesem Weg direkt in Eightball eingepflegt werden. Das manuelle Einpflegen einzelner Inhalte war so nicht mehr nötig.

Obwohl diese Verknüpfung fester Bestandteil des Projekts war, für das die Studenten den Preis und das Geld zur Entwicklung erhalten hatten, erklärte der Ehrenrat jetzt, die Anbindung an das Uni-Netzwerk sei ohne ausreichende Erlaubnis erfolgt und suspendierte die Studenten für ein Semester.

Mangelndes Wissen bei Entscheidern

Ein Blick in den Bericht des Ehrenrates soll allerdings offenbaren, wie wenig dessen Mitglieder über die Funktionsweise von künstlicher Intelligenz wissen. Anscheinend liegen gravierende Missverständnisse darüber vor, was mit einer Anwendung wie Eightball möglich ist und was nicht. Die Studenten haben auf jeden Fall ihre Anwälte eingeschaltet und gehen gegen ihre Suspendierung vor.

Zusammenfassung
  • Künstliche Intelligenz wird im Bildungsbereich für Hausarbeiten und Prüfungen genutzt
  • Eine amerikanische Uni suspendierte mehrere Studenten wegen einer KI-Anwendung
  • Die Anwendung Eightball kann Lernmaterialien in Lernkarten und Übungstests umwandeln
  • Studenten erhielten zuvor einen Preis und Lob von der Uni für ihre innovative Arbeit
  • Ehrenrat der Uni hat keine Beweise für betrügerische Nutzung von Eightball gefunden
  • Die Verknüpfung mit der Uni-Plattform erfolgte angeblich ohne ausreichende Erlaubnis
  • Studenten haben Anwälte eingeschaltet und wehren sich gegen die Suspendierung

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!