DLE-Verfahren macht Lithium-Förderung schneller und umweltschonend

Die Förderung von Lithium steht zuweilen unter starker Kritik. Diese beruht vor allem auf der Art und Weise, wie man in den süd­ame­ri­ka­ni­schen Anden an das wertvolle Metall gelangt. Allerdings deutet sich hier eine grundlegende technische Änderung an.
Material, metall, Rohstoff, Lithium, Elemente, Stoffe, Element

Kein Verdunsten mehr

Bisher wird in der Region eine Sole, die sich unter gigantischen Salzlagerstätten sammelt, abgepumpt. An der Oberfläche lässt man das darin enthaltene Wasser dann verdunsten und gelangt letztlich an die begehrten Lithium-Salze. Dieser Prozess bringt aber erhebliche Probleme mit sich: Die Verdunstung dauert teils 12 bis 18 Monate, es entstehen große Mengen Abfallprodukte und der lokale Wasserhaushalt wird gestört.

Ein neues Verfahren soll die Gewinnung des Lithiums nun nicht nur sehr viel effizienter, sondern auch umweltfreundlicher machen, berichtet das Branchenmagazin IEEE Spectrum. Dieses wird als direkte Lithiumextraktion (Direct Lithium Extraction, DLE) bezeichnet. Statt die Sole über Monate auszutrocknen, soll nun binnen Stunden das enthaltene Metall abgeschieden und der übrige Teil wieder zurück in die Lagerstätte gepumpt werden.


"Wir pumpen die Sole ab, nehmen nur das Lithium heraus und führen die Sole dann wieder in den Untergrund ein", sagt Jeremy Patt, Chief Technology Officer bei Summit Nanotech in Calgary. "Das Ziel ist es, keine Chemikalien hinzuzufügen oder die Temperatur oder den pH-Wert der Sole zu verändern. So erhält man mehr Lithium bei minimaler Störung".

Umfassende Tests

Summit ist eines von mehr als einem Dutzend junger Unternehmen, die neue DLE-Prozesse erproben. Bereits 2025 will man mit der Methode kommerziell produzieren zu können. Die weltweit führenden Lithiumproduzenten Albemarle und SQM planen unterdessen, ihre eigenen DLE-Technologien noch in diesem Jahr zu testen. In China nutzen bereits eine Handvoll kommerzieller Projekte die Technologie des chinesischen DLE-Innovators Sunresin.

Um Abnehmer brauchen die Betreiber solcher Projekte sich keine Sorge machen - auch wenn ihr neu entwickeltes Verfahren anfangs vielleicht noch etwas teurer sein wird als die herkömmliche Methode. Denn insbesondere die Autohersteller stehen bereits Schlange. Das liegt einerseits daran, dass ohnehin alle verfügbaren Lithium-Kontingente aufgekauft werden, aber auch an den Lieferketten-Gesetzen, die umweltschonender gewonnene Materialien bevorzugen.

Zusammenfassung
  • Lithiumförderung in Anden oft kritisiert
  • Neue Technik könnte Effizienz steigern
  • Bisherige Methode stört Wasserhaushalt
  • DLE-Verfahren extrahiert Lithium schneller
  • Summit Nanotech entwickelt DLE-Prozess
  • Albemarle und SQM testen eigene DLE
  • Autoindustrie bevorzugt umweltfreundliches Lithium

Siehe auch:


Tipp einsenden