Mieser Trick: Apps lösen Werbeklick aus, sobald man sein Handy bewegt
Apple hat eine Reihe von chinesischen App-Entwicklern abgemahnt, weil diese mit einer besonders perfiden Methode dafür sorgten, dass die Nutzer von iPhones und anderen iOS-Geräten zu Werbeseiten geleitet wurden, sobald sie ihr Smartphone bewegten.
Dazu nutzen die Apps die Möglichkeit, selbst kleinste Bewegungen des Geräts anhand der Daten der in jedem iPhone verbauten Gyroskope zu erkennen. Das Ergebnis ist natürlich klar: sobald eine Werbung eingeblendet wird, schickt die App den Nutzer zum Angebot des Werbetreibenden, schließlich ist kaum jemand in der Lage, sein Smartphone wirklich still in der Hand zu halten.
Apple ist deshalb jetzt laut den Meldungen aus China aktiv geworden und hat eine Reihe von großen App-Anbietern aufgefordert, die Bewegungen des Gyroskops in seinen Geräten nicht mehr für Werbezwecke zu missbrauchen. Die äußerst fragwürdige Werbetaktik wurde angeblich von einer Reihe von E-Commerce-Anbietern angewendet, um ihre Werbung auf den bekanntesten Social-Media- und Video-Streaming-Plattformen "effektiver" zu machen.
Apple dürfte, wie die iPhone-User, in der neuen Taktik, Werbeklicks per Gyroskop praktisch zu erzwingen, eine massive Beeinträchtigung des Nutzungserlebnisses sehen. Per definitionem sollen die Daten der Bewegungssensoren in den Smartphones eigentlich für "Nutzungserlebnisse auf Basis von Echtzeit-Bewegungsinformationen in Apps und Spielen ermöglichen" - und nicht einen Werbeerfolg von App-Anbietern.
Tatsächlich ist "Shake To Jump"-Werbung in China schon länger üblich. Bereits seit dem letzten Jahr gelten Vorgaben der Regierung, mit denen unter anderem geregelt wird, dass eine Aktion erst ausgelöst werden darf, wenn das jeweilige Gerät für mindestens drei Sekunden mit einer größeren Beschleunigung als 15 m/s² bewegt oder um mehr als 35 Grad gedreht wird.
Das Ganze funktioniert auch unter Android, weshalb sich mit Huawei, Oppo, Xiaomi und Vivo bereits die größten chinesischen Smartphone-Hersteller einer Einhaltung der Vorgaben der Regulierungsbehörden verpflichtet haben. Dass Apple jetzt ein generelles Verbot dieser Art der Nutzung von Gyroskop-Daten anstrebt, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich die App-Entwickler nicht an die Vorgaben der Behörden hielten. Siehe auch:
- Apple mahnt chinesische App-Entwickler ab
- "Shake to Jump" leitet zu Werbung weiter
- Gyroskop für Werbezwecke missbraucht
- Nutzererfahrung durch Werbung beeinträchtigt
- Vor "Singles Day" Werbetaktik intensiv genutzt
- Regierungsvorgaben für Bewegungsauslösung
- Apple strebt Verbot der Gyroskop-Werbenutzung an
Auch beliebte Apps nutzen diese Taktik
Chinesische App-Anbieter haben einen neuen Weg gefunden, wie sie die Nutzer ihrer Software unter Garantie zu Werbetreibenden weiterleiten können. Die Apps zeigen unerwartete Werbeeinblendungen an, die eine Weiterleitung zu Angeboten von Werbetreibenden in ebenfalls auf dem Gerät installierten Shopping-Apps vornehmen, sobald das Smartphone bewegt wird. Das Ganze wird als "Shake to Jump" bezeichnet.Dazu nutzen die Apps die Möglichkeit, selbst kleinste Bewegungen des Geräts anhand der Daten der in jedem iPhone verbauten Gyroskope zu erkennen. Das Ergebnis ist natürlich klar: sobald eine Werbung eingeblendet wird, schickt die App den Nutzer zum Angebot des Werbetreibenden, schließlich ist kaum jemand in der Lage, sein Smartphone wirklich still in der Hand zu halten.
Garantierte Klicks bei jeder Werbung
Für die App-Anbieter ist diese Taktik laut Berichten aus China höchst einträglich, schließlich können sie so die für sie so wichtige "Click Trough Rate", also die Anteile der Nutzer, die auch tatsächlich auf eine angezeigte Werbung "klicken", extrem steigern. Für die Nutzer wurde die Verwendung der Apps dadurch aber zum Spießrutenlauf, denn es ist praktisch unmöglich, den gewünschten Inhalt ohne eine Weiterleitung auf Werbeseiten zu konsumieren.Apple ist deshalb jetzt laut den Meldungen aus China aktiv geworden und hat eine Reihe von großen App-Anbietern aufgefordert, die Bewegungen des Gyroskops in seinen Geräten nicht mehr für Werbezwecke zu missbrauchen. Die äußerst fragwürdige Werbetaktik wurde angeblich von einer Reihe von E-Commerce-Anbietern angewendet, um ihre Werbung auf den bekanntesten Social-Media- und Video-Streaming-Plattformen "effektiver" zu machen.
Zum Singles-Day hat man es wohl übertrieben
Das Ganze nahm offenbar extreme Ausmaße an, denn die E-Commerce-Firmen nutzten die Methode zuletzt vor allem während der dreiwöchigen Phase vor dem "Singles Day", der am 11.11.2023 fast schon traditionell das chinesische Pendant zum "Black Friday" in den USA und inzwischen auch Europa bildete.Apple dürfte, wie die iPhone-User, in der neuen Taktik, Werbeklicks per Gyroskop praktisch zu erzwingen, eine massive Beeinträchtigung des Nutzungserlebnisses sehen. Per definitionem sollen die Daten der Bewegungssensoren in den Smartphones eigentlich für "Nutzungserlebnisse auf Basis von Echtzeit-Bewegungsinformationen in Apps und Spielen ermöglichen" - und nicht einen Werbeerfolg von App-Anbietern.
Tatsächlich ist "Shake To Jump"-Werbung in China schon länger üblich. Bereits seit dem letzten Jahr gelten Vorgaben der Regierung, mit denen unter anderem geregelt wird, dass eine Aktion erst ausgelöst werden darf, wenn das jeweilige Gerät für mindestens drei Sekunden mit einer größeren Beschleunigung als 15 m/s² bewegt oder um mehr als 35 Grad gedreht wird.
Das Ganze funktioniert auch unter Android, weshalb sich mit Huawei, Oppo, Xiaomi und Vivo bereits die größten chinesischen Smartphone-Hersteller einer Einhaltung der Vorgaben der Regulierungsbehörden verpflichtet haben. Dass Apple jetzt ein generelles Verbot dieser Art der Nutzung von Gyroskop-Daten anstrebt, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich die App-Entwickler nicht an die Vorgaben der Behörden hielten. Siehe auch:
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Roland QuandtRedakteur für Smartphones & Leaks
Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.
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