Siemens zieht Notbremse:
Defekte Windräder machen große Probleme

Mit den Windrädern von Siemens Gamesa, die Windrad-Tochter von Siemens Energy, gibt es große Probleme. Der Konzern rechnet mit Milliarden für Reparaturkosten. Wie jetzt bekannt wurde, hat man den Vertrieb vorerst wohl stark eingeschränkt.
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Siemens Energy: Milliardenkosten durch Windrad-Mängel

Seit Mitte des Jahres steht Siemens Energy wegen der weitreichenden Probleme bei der spanischen Windrad-Tochter Gamesa unter sehr hohem Druck. Der Konzern hatte eingestehen müssen, dass es bei seiner Onshore-Turbinenflotte starke Qualitätsproblem gibt, die 15-30 Prozent der weltweit verkauften Anlagen betreffen könnten. Geschätzter Kostenpunkt für die Reparaturen: 1,6 Milliarden Euro.

Wie das Handelsblatt jetzt berichtet, ist das Unternehmen auch Monate später noch dabei, die Probleme aufzuarbeiten und nimmt deshalb vorerst wohl keine Aufträge für neue Anlagen an. Bei der wichtigen Fachmesse "Husum Wind" hatte der Sprecher des Siemens-Energy-Konzerns zwar einen "generellen Verkaufstopp" verneint, allerdings bestätigte er, dass der Vertrieb "eingeschränkt" ist.


Der Sprecher macht schnell klar, warum es zu diesen Einschränkungen kommt. "Absolute Priorität hat für uns, die betroffenen Anlagen bei bereits bestehenden Kundenprojekten zu überarbeiten. Darauf liegt unser Fokus", zitiert das Handelsblatt. Allerdings ist das Unternehmen auch bemüht darum zu betonen, dass der Auftragsbestand weiter hoch bleibt. Die Probleme sollen bei in Zukunft vertriebenen Windrädern bereits behoben sein.

Interne Untersuchung

Laut früheren Berichten macht vor allem die Qualität der beiden jüngsten Onshore-Windturbinenplattformen von Siemens Gamesa, Typ 4.X und 5.X, große Probleme. Die Mängel sollen von defekten Rotorblättern und Lagern bis hin zu prinzipiellen Fehlern der Konstruktion reichen, durch die Risse entstehen können.

Wie es zu diesen groben Fehlern kommen konnte, hatte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch schon vor wenigen Wochen erläutert. Aus seiner Sicht, hatte man unter dem Druck der Konkurrenz die neuen Turbinen-Modelle "zu früh rausgebracht". "Wettbewerber haben sich da mehr Zeit gelassen und haben ihre Turbinen evolutionärer entwickelt", so Bruch laut Handelsblatt.

Zusammenfassung
  • Siemens Gamesa hat massive Probleme mit Windrädern
  • Reparaturkosten könnten 1,6 Milliarden Euro betragen
  • 15-30% der weltweit verkauften Anlagen könnten betroffen sein
  • Vertrieb neuer Anlagen vorerst eingeschränkt
  • Fokus liegt auf Überarbeitung bestehender Kundenprojekte
  • Mängel reichen von defekten Rotorblättern bis zu Konstruktionsfehlern
  • Fehler entstanden wohl durch zu frühe Markteinführung neuer Turbinen-Modelle

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