Ozean: Team findet 19.000 bisher unentdeckte Unterwasservulkane

Gerade einmal ein Viertel des Ozeanbodens der Erde ist kartiert, der überwiegende Teile der Tiefe der Weltmeere wurde noch nie untersucht. Perfekte Bedingungen für Entdecker. Ein Team hat jetzt auf Basis neuer Messdaten 19.000 bisher unbekannte Unterwasservulkane gefunden.
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Ozean, unbekannte Weiten: So kann man den Forschungsstand zusammenfassen

In den Tiefen des Ozeans Forschung zu betreiben, ist eine große technische Herausforderung. Bisher ist nur ein sehr geringer Teil der Weltmeere unter der Wasseroberfläche je erforscht worden, die Kartierung des Meeresbodens bleibt auch mit moderner Satellitentechnik ein aufwendiges Geschäft. In dieser Hinsicht kann ein Team etwas mehr Licht ins Dunkel unserer Ozeane bringen. Auf einen Schlag können über 19.000 bisher unentdeckte Unterwasservulkane den Karten des Meeresbodens hinzugefügt werden.


In ihrer in der Fachzeitschrift Earth and Space Science veröffentlichten Arbeit (via Phys) beschreibt die Gruppe vom Scripps Institution of Oceanography und zwei unabhängigen Forschern, dass Radardaten und moderne Analysemethoden die Enthüllung der Topografie des Ozeanbodens enorm erleichtern. Der Ansatz: Die Beschaffenheit des Meeresbodens spiegelt sich auch am Verhalten des Wassers an der Oberfläche, über Bergen am Meeresgrund türmt sich sozusagen ein entsprechender Wasserberg - ein Effekt, bekannt als "sea mounding". Diese Bewegungen können mit modernen Radar-Satelliten immer besser erfasst werden.

Nutzen mehrfach

Der Bedarf nach einer immer besseren Kartierung der Weltmeere wächst enorm und wäre für viele Disziplinen ein Gewinn. Wie die Forscher ausführen, könnten ihre Erkenntnisse und daraus folgende Projekte dazu beitragen, Abbauvorhaben in den Ozeanen zu unterstützen - mehrere Unternehmen entwickeln aktuell Systeme für Unterseebergbau. Von großem Interesse sind solche Daten aber auch für die Forschung.

Eine der Disziplinen, die sehnlichst auf bessere Karten des Meeresbodens wartet, ist die Klimaforschung. Aufgrund der global steigenden Temperaturen geraten auch die Meeresströmungen immer mehr aus dem gewohnten Tritt. Seeberge spielen in der Durchmischung von Meeresströmungen eine wichtige Rolle, die aber bisher nur wenig verstanden ist.

Zusammenfassung
  • Nur ein Viertel des Ozeanbodens ist kartiert, 19.000 bisher unbekannte Unterwasservulkane wurden gefunden.
  • Neue Messdaten und Analysemethoden erleichtern die Kartierung des Meeresbodens.
  • Erkenntnisse können Abbauvorhaben unterstützen und Forschung fördern.
  • Klimaforschung wartet auf bessere Karten des Meeresbodens.
  • Meeresströmungen werden durch Seeberge beeinflusst, aber wenig verstanden.

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