Experte: Milliarden-Subventionen für Zukunftstechnologie statt Chips!

Die massive staatliche Förderung neuer Chipfabriken kritisiert ein Experte als Subventionen in veraltete Technologie. Er fordert stattdessen, dass die enormen Beträge in echte Zukunftstechnologien investiert werden, was langfristig tragfähiger sei.
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C. Dubovan / Unsplash
Die Bundesregierung steckt aktuell Milliarden Euro an Steuergeldern in die Ansiedlung neuer Chipfabriken - vor allem in den östlichen Bundesländern. Das findet Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), nicht gerade sinnvoll. "Wir werfen das Geld zum Fenster raus", kritisierte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung und forderte, die Mittel lieber anderswo einzusetzen.

Als konkretes Negativ-Beispiel führte er das neue Infineon-Werk in Dresden an. "Die öffentliche Förderung der neuen Infineon-Fabrik in Dresden wird eine Million Euro pro Arbeitsplatz betragen - das ist zu viel", sagte er. Und das aus verschiedenen Gründen. So würden einem profitablen Unternehmen Geldgeschenke gemacht, wobei gar nicht klar sei, ob diese Kapazitäten wirklich benötigt werden, um einen eventuellen zukünftigen Engpass bei Halbleiter-Produkten abzufangen. Hinzu kommt, dass in dem Werk nicht einmal modernste Prozesstechniken, die die Halbleiter-Branche voranbringen, eingesetzt werden. Vielmehr geht es um etablierte Fertigungstechnik, wie sie in der Industrie zum Alltag gehört.


Lieber Unis und Startups

Anders sieht es bei Intel in Magdeburg aus, wo die Subventionsspirale im Milliardenbereich läuft. Hier sollen durchaus High End-Prozesse zum Einsatz kommen. Aber auch hier sieht Gropp die Subventionen kritisch. Denn Intel wird an dem Standort zwar auf höchstem Niveau produzieren, aber auch keine Forschung und Entwicklung ansiedeln, die bahnbrechende Entscheidungen in der Chip-Branche bringt. Ähnliches habe sich auch schon bei den Investitionen in die sächsischen Auto-Werke von BMW und Porsche gezeigt.

"Wir sollen besser Zukunftstechnologien fördern", so der Ökonom. Denn die deutsche Wirtschaft könne international bekanntlich nur bestehen, wenn sie mit eigenen Innovationen aufwartet. Die Milliarden wären demnach in Universitäten und Forschungseinrichtungen, aber auch als Anschubfinanzierungen für neue Unternehmen, wesentlich nachhaltiger angelegt.

Zusammenfassung
  • Kritik an staatlicher Förderung neuer Chipfabriken.
  • Förderung neuer Infineon-Fabrik in Dresden als Negativ-Beispiel
  • Intel-Fabrik in Magdeburg: Subventionen auch hier kritisch
  • Anschubfinanzierungen für neue Unternehmen wesentlich nachhaltiger
  • Milliarden in Forschungseinrichtungen investieren für Innovationen

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