Es geht los: CPU-Anbieter reduzieren Fertigung wegen Nachfragemangel

Die Lage im Markt für Elektronikprodukte hat sich in den letzten Monaten aufgrund der massiven Inflation erheblich verschlechtert, weshalb viele Smartphone- und PC-Hersteller aufgrund mangelnder Nachfrage auf vollen Lagern sitzen. Jetzt trifft dies die Chiphersteller, welche ihre Produktion daher zurückfahren. Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes unter Berufung auf Quellen aus der Chipindustrie berichtet, hat der dort ansässige Prozessorlieferant MediaTek begonnen, die Zahl der beim weltweit größten Vertragsfertiger TSMC beauftragten Wafer-Starts für Prozessoren mit sechs bzw. sieben Nanometern Strukturbreite deutlich zu reduzieren.

Markt für Mittelklasse-Smartphones zusammengebrochen

Konkret betrifft dies die Chips der MediaTek Dimensity 1000-Serie, die jeweils bei TSMC in den "N6" und "N7" genannten Fertigungsprozessen vom Band laufen. Es handelt sich um SoCs, die der Mittelklasse zugeordnet werden und meist in relativ günstigen Smartphones diverser Anbieter zum Einsatz kommen.


Der Grund für die Reduktion der Produktion von MediaTek-Chips bei TSMC ist natürlich simpel die stark gefallene Nachfrage. Vor allem in China würden sich die Mittelklasse-Smartphones mit MediaTeks CPUs seit dem zweiten Quartal 2022 nur noch in enttäuschenden Stückzahlen verkaufen, heißt es. Um selbst nicht auf den SoCs sitzenzubleiben und dadurch Verluste zu vermeiden, streicht MediaTek deshalb seine Fertigungsaufträge zusammen.

TSMC will weniger in 6- und 7-Nanometer-Fertigung investieren

TSMC hatte seinerseits erst gestern verlauten lassen, dass die Auslastung seiner Fertigung von 6- und 7-Nanometer-Chips im Lauf der ersten Jahreshälfte 2023 wahrscheinlich sinken wird. Der gigantische Vertragsfertiger will deshalb weniger in die Kapazitäten für Chips in den genannten Prozessgrößen investieren. Als Grund nannte man die Schwäche des Smartphone- und PC-Marktes.

Im dritten Quartal 2022 fiel die Zahl der in sieben Nanometer Strukturbreite gefertigten Chips laut TSMC bereits deutlich, sodass sie nun nur noch rund 26 Prozent der Gesamtkapazität ausmachen. 5nm-Chips legten hingegen deutlich zu und bilden mit 28 Prozent jetzt den Löwenanteil der bei TSMC produzierten Chips.

Einer der Gründe für diese Entwicklung ist auch, dass Apple jüngst neue iPhones mit 5nm-SoCs auf den Markt gebracht hat. Gleichzeitig steigt der Anteil der mit moderneren 5nm-Chips ausgerüsteten Geräte, weil Kunden, die sich derzeit noch neue Elektronikgeräte wie etwa Smartphones leisten, eher zu höherpreisigen Varianten greifen.

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